David Fuchs über Gartenschnecken und Zeitläufte

"Das Salz ist zu schade". Von David Fuchs. Preisträgertext des Alois-Vogel-Literaturpreises 2018. Es liest: Michael Dangl. Redaktion: Edith-Ulla Gasser

"Wir sagen Unkraut" war das Motto des diesjährigen Alois Vogel-Literaturpreises. Der Preis, benannt nach dem 2005 verstorbenen Wiener Autor, wurde zum vierten Mal ausgeschrieben. 119 Autorinnen und Autoren beteiligten sich.

"Das Salz ist zu schade" nennt David Fuchs seinen Text, der in diesem Jahr ausgezeichnet wurde. Darin beschreibt der Autor einige Momente im Leben der sogenannten kleinen Leute zu einer Zeit, als Hakenkreuze aus Papier auf den Dorfplatz schneiten, und man auf jedes seiner Worte achten musste. Im Mittelpunkt der Erzählung steht eine alte Frau, die aus jedem Büschel Löwenzahn etwas zuzubereiten versteht, und die trotz ihrer körperlichen Schwäche so etwas wie eine moralische Instanz im Dorf ist. Der 1981 in Linz geborene David Fuchs ist nicht nur Autor, sondern auch Arzt. Ihm gelingt eine sehr feine und niemals bloßstellende Beschreibung von Menschen, mit denen es das Leben nicht gut meint, die aber niemals ihre Würde verlieren.

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David Fuchs, "Das Salz ist zu schade", Preisträgertext des Alois-Vogel-Literaturpreises 2018
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