Das Ö1 Gesundheitsmagazin

1.
Claude Monets Kampf gegen den Grauen Star

2.
Ganzheitliche Betreuung für alle - Ambulanz für schwerst- und mehrfachbehinderte Menschen

1.
Seit Ende September zeigt die Wiener Albertina die erste umfassende Präsentation des Werkes von Claude Monet (1840-1926) seit über 20 Jahren in Österreich. Die Retrospektive ist mit 100 Gemälden von über 40 Leihgebern aus der ganzen Welt bestückt. Sie spannt den Bogen von seinen ersten vor-impressionistischen Werken bis hin zu den Gemälden, die in seinem Garten in Giverny entstanden sind. Die Japanische Brücke, der Seerosenteich - unzählige Bilder wurden in diesem Garten gemalt. Ein guter Teil dieser Gemälde entstand, als des Künstlers Seevermögen bereits stark beeinträchtigt war. Monet litt gegen Ende seines Lebens an beidseitigem grauen Star - er bemerkte es im Alter von 72 Jahren.
Farben konnte er nur mehr durch eine Art Schleier wahrnehmen - eine Katastrophe für einen Maler, dessen Werk von Licht und Farbe geprägt war.
Monet konsultierte einen Augenspezialisten, der ihm eine Operation empfahl. Eine solche lehnte der Maler zunächst ab.
Carola Timmel hat mit dem Augenarzt Univ.-Prof. Dr. Oliver Findl ihm und dem Kurator der Monet-Ausstellung Dr. Heinz Widauer gesprochen.

2.
Wer in Österreich eine Ärztin oder einen Arzt braucht, wählt je nach den jeweiligen Kriterien wie Preis, Kompetenz und Sympathie eine oder einen der aktuell 45.000 praktizierenden Kassen- oder Wahlärzte.
Hat man eine Behinderung und ist etwa auf den Rollstuhl angewiesen, schränkt sich diese Wahlmöglichkeit beträchtlich ein. Viele Arztpraxen sind nicht gänzlich barrierefrei.
Für die etwa 5.000 in Österreich lebenden schwer- und mehrfachbehinderten Menschen reduziert sich die Auswahl noch einmal massiv.
Nur wenige Ärzte sind auf ihre verschiedenen "besonderen Bedürfnisse" ein- und ausgerichtet. Abgesehen davon, dass man mit einer guten Portion Empathie und Menschenliebe ausgestattet sein sollte, muss man sich für diese Patientinnen und Patienten viel mehr Zeit nehmen. Manche haben Angst - können sich nicht verbal artikulieren - ihre Schmerzen äußern sie auf oft unübliche Art und Weise. Diese "andere Symptomatik muss bei einer Diagnose berücksichtigt werden - was ein gewisses Spezialwissen voraussetzt. Es wären sehr viele solche Fach-Ärztinnen oder Fach-Ärzte erforderlich, gäbe es nicht Ambulanzen, wie die im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien. Uschi Mürling-Darrer hat dieses Vorzeigemodell der medizinischen Versorgung von schwer- und mehrfachbehinderten besucht und unter anderem mit der Mutter eines Betroffenen gesprochen.


Redaktion: Christoph Leprich


Service

Infos Claude Monet und der graue Star:

Dr. Heinz Widauer, Kurator an der Albertina für Französische Kunst
Albertinaplatz 1
A-1010 Wien
Telefon: +43 1 534 83 3121
E-Mail: h.widauer@albertina.at
Homepage: https://www.albertina.at/ausstellungen/monet/

Prim. Univ.-Prof. Dr. Oliver Findl, Vorstand der Augenabteilung am Hanusch Krankenhaus Wien
Heinrich-Collin-Straße 30
1140 Wien
Telefon: +43 1 910 21-846011
E-Mail: heidemarie.nemeth@wgkk.at
E-Mail: office@findl.at
Homepage: http://www.findl.at/


Links:

Claude Monet
Monet - das impressionistische Auge: Kampf gegen den grauen Star
Den Grauen Star erforschen - mit Monet, Degas und Pissaro
Claude Monet und sein von Augenkrankheiten geprägtes Spätwerk
Die Kunst, mit kranken Augen zu malen

Bücher
Heinz Widauer, Dieter Buchhart
Claude Monet. Die Welt im Fluss
Hirmer Verlag 2018

Reiner Jesse
Licht und Schatten II: Der Roman mit Claude Monet
AtheneMedia Verlag 2012

Daniel Wildenstein
Monet. Der Triumph des Impressionismus
Taschen Verlag 2017

Christoph Heinrich
Monet
Taschen Verlag 2017


Infos über Ambulanz für mehrfach- und schwerbehinderte PatientInnen
Dr. Othmar Freudenthaler
Krankenhaus der der Barmherzigen Brüder Wien
Johannes-von-Gott-Platz 1
1020 Wien
Telefon: +43 1 21121 0
Ambulanzzeit: Mi. ab 13.00 Uhr
Anmeldung: telefonisch oder persönlich vor Ort, Mo bis Fr, 12.00-14.30 Uhr
Telefon: +043 1 211 21-3186

Konvent-Hospital der Barmherzigen Brüder Linz
Seilerstätte 2
4021 Linz
Telefon: +43 732 7897 0
Homepage: https://www.barmherzige-brueder.at/site/linz/medizinpflege/abteilungeninstitute

Landesklinikum Melk
Pilotprojekt Medinklusions-Ambulanz (MIA)
Krankenhausstraße 11
3390 Melk
Homepage: https://melk.lknoe.at/fuer-patienten/ambulanzen/pilotprojekt-medinklusions-ambulanz.html
Für den Besuch der ambulanten Sprechstunde ist unbedingt eine telefonische Anmeldung unter der Telefonnummer 02752/9004-38008 erforderlich.


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