Eine Illustrierte mit dem Bild von Kaiser Franz Joseph I. auf einer Titelseite

APA/HELMUT FOHRINGER

Vom Riesenreich zur Rumpfrepublik

Der Untergang der Habsburger Monarchie. Mit Hannes Leidinger, Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien.
Gestaltung: Isabelle Engels

Am 12. November 1918, einen Tag nach dem Regierungsverzicht Kaiser Karls I., wurde die Gründung der Ersten Republik ausgerufen. Damit endete die mehr als 600 Jahre währende Herrschaft des Hauses Habsburg. Deren Reich war, wie kaum ein anderes, durch eine Vielfalt an Nationalitäten, Sprachen und Konfessionen geprägt. Dieses heterogene Machtkonglomerat war von Anfang an durch eine chronische Fragilität gekennzeichnet, zeigte aber eine beachtliche Überlebensfähigkeit.

Das 19. Jahrhundert war durch Verluste an Territorium und Macht geprägt.
Die Nationalitätenkonflikte verschärfen sich nach dem Ausgleich mit Ungarn 1867, der vor allem die slawischen Völker benachteiligte.

Die Führung versuchte die Einheit der Monarchie und die Reputation des "Doppeladlers" mit Gewalt zu erhalten, das Militär ging äußerst gewaltsam gegen vermeintliche oder tatsächliche Illoyale vor.

Die fatale Entscheidung für den Krieg gegen Serbien, der sich zum verheerenden Ersten Weltkrieg ausweitete, sowie 1916 der Tod von Kaiser Franz Joseph I., schwächten die Habsburgermonarchie enorm. Doch entscheidend für deren tatsächlichen Untergang waren die Ereignisse in den letzten Kriegsmonaten.

Im November 1918 war die Monarchie militärisch und politisch tot. Wirtschaftlich, kulturell und vor allem mental scheint sie jedoch überlebt zu haben.
Diese Einschätzung vom Fortleben der Monarchie in den Köpfen den Menschen führt zu Überlegungen, welche Alternativen es für den Donauraum gegeben hätte.

Und sie deutet an, dass dies keine gute Voraussetzung für das Selbstverständnis und die Überlebensfähigkeit der Ersten Republik war.

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