Eisblumen

DPA/STEPHAN JANSEN

Der Wert der Individualität

Zum 250. Geburtstag des Philosophen Friedrich Schleiermacher.
Von Nikolaus Halmer

"Immer mehr zu werden, was ich bin, das ist mein einziger Wille", so lautete die Lebensmaxime von Friedrich Schleiermacher, die er auch in die Praxis umsetzte. Der Philosoph, Theologe und Pädagoge, der die Werke Platons ins Deutsche übertrug, gilt als Begründer der modernen Hermeneutik. Wichtige Themen seiner Schriften waren die Freundschaft und die Geselligkeit, die er im Umgang mit den Frühromantikern, speziell mit Friedrich Schlegel, pflegte.

So wie sie lehnte auch Schleiermacher eine "rein rationale Philosophie" ab. Er war überzeugt, dass jedes Individuum die Fähigkeit besitzt, ein sinnvolles Selbst- und Weltverständnis auszubilden. Dabei spielte die Religion eine zentrale Rolle. Für Schleiermacher war sie "der Sinn und Geschmack fürs Unendliche" und benötigte keine Vermittlung durch kirchliche Institutionen. Die "religiösen Gefühle sollten wie eine heilige Musik alles Tun des Menschen begleiten".

Service

LITERATUR:

Friedrich Schleiermacher: Über die Religion. Schriften, Predigten, Briefe, Insel Verlag

Friedrich Schleiermacher: Hermeneutik und Kritik, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft, Band 211

Friedrich Schleiermacher: Dialektik, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft, Band 529

Andreas Arndt: Friedrich Schleiermacher als Philosoph, de Gruyter Verlag

Manfred Frank: Das individuelle Allgemeine, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft, Band 544

Gunter Scholtz: Ethik und Hermeneutik. Schleiermachers Grundlegung der Geisteswissenschaften, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft, Band 1191

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