Leuchtdioden

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Smart City - is watching you

Eine kurze Kritik der IT-Großstadt.
Von Klaus Englert

Das Stadtbild von San Francisco, das lange Zeit eine Stadt für alternative Lebensentwürfe und lebensoffene Toleranz war, prägen heute immer stärker die Niederlassungen großer IT-Konzerne wie Twitter, Spotify oder Google. Vielen Latinos, die hier aufgewachsen sind, droht die Zwangsräumung. Das alte, immer etwas chaotische San Fran wird peu à peu von den white collars der IT-Intelligenz unterwandert. Die totale Umkrempelung dieser 870.000 Einwohner/innen zählenden Großstadt ist den Internetfirmen aber nicht genug.

Microsoft-Gründer Bill Gates plant eine Stadt für mehr als 100.000 Einwohner/innen mitten in der Wüste von Arizona. Die smart city namens Belmont soll nicht um Geschäfts- oder Wohnviertel herum errichtet werden, sondern um "digitale High-Speed-Netzwerke", die die Dinge des alltäglichen Lebens zentral steuern: selbstfahrende Autos, Mobiltelefone, Kühlschränke, Klimaanlage, Heizung.

Man verspricht die Ideale der Stadt - öffentliche Parks und Plätze - mit den Verheißungen des digitalen Zeitalters zu versöhnen. Kritiker/innen sehen das anders und warnen vor Überwachungsstädten, in denen soziale Heterogenität und urbane Freiräume zusehends verschwinden werden.

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