Junger Bursche balanciert, dahinter Erdhaufen

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Erwachsen werden

Psychoanalytische Positionen zur Pubertät
Gestaltung: Katrin Mackowski

Hochschaubahn der Gefühle, Probleme mit den Eltern und ein Körper, der sich so anfühlt als würde er aus den Fugen geraten oder fremd sein: Die Pubertät ist eine der heftigsten Metamorphosen des Menschen. Das neue "Körper-Ich" stellt dabei immense psychische Anforderungen, erläutert Gertraud Diem-Wille aus "objektbeziehungstheoretischer" Sicht. Die Gefühle schwanken, versiegen oder explodieren. Samy Teicher und Elisabeth Brainin erzählen aus ihrer psychoanalytischen Praxis, wie Selbstwert und Identität so ergriffen von den neuen sexuellen Möglichkeiten der Geschlechtsreife sein können, dass es zur Regression kommt.

Seit Freuds "Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie" (1905) gilt die Pubertät als Neuauflage des Ödipus-Komplexes; die zunächst verstärkte Abhängigkeit von den Eltern mischt sich mit wiederbelebten, inzestuösen Wünschen, bevor sich die Pubertierenden von ihnen lösen. Dabei spielt der Vater, so der Kinder- und Jugendanalytiker Arne Burchartz, eine entscheidende Rolle, vor allem für die Entwicklung von Mädchen. Dass dabei Identitätsprobleme zu dem Wunsch führen können, sogar ein anderes Geschlecht anzunehmen oder massive Essstörungen auftreten, zeigen Ernst Berger, Kinder- und Jugendpsychiater und die Psychoanalytikerin Elke Steinlechner.

Drei Blickwinkel, drei verschiedene Pubertäten? Das Salzburger Nachtstudio stellt die Positionen Sigmund Freunds, Melanie Kleins und Donald Winnicotts vor.

Eine Sendung von Katrin Mackowski

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  • Katrin Mackowski