Zerstörte und kaputte Bücher

AFP/ALBERTO PIZZOLI

"Das tut weh!" - Wenn Bücher verloren gehen

Die Bibliothek der verlorenen Bücher
Gestaltung: Ulrike Schmitzer

Der Übersetzer Alexander Pechmann hat eine interessante Bibliothek angelegt: Er sammelt Bücher, die verloren gegangen sind. Die Regale seiner Sammlung sind leer. Denn es gibt nur Gerüchte und Vermutungen über die Bücher. Und doch sind sie berühmter als so manche gedruckten Werke.

Vielleicht liegt das an ihren Autoren: Beinahe sämtliche Ikonen der Literaturgeschichte haben schon einmal ein Manuskript verlegt, vernichtet oder bei einem Brand verloren. Oft geschah der Verlust auch durch eine fremde Macht. Man denke nur an Ernest Hemingway. Seine Frau sollte ihm seine Manuskripte - sämtliche frühe Arbeiten und einen angefangenen Roman - nach Lausanne nachbringen, doch sie wurden ihr gestohlen. Was für eine Katastrophe! Später behauptete Hemingway, der Verlust sei für ihn gut gewesen und hätte seinen Stil verfeinert.

Auch österreichische Schriftsteller können vom Verlust von großen Hoffnungen berichten, und nicht immer ist nur der Computer schuld: Julya Rabinowich, Lydia Mischkulnig und der Bestseller-Autor Andreas Gruber haben Ulrike Schmitzer von ihren verlorenen Büchern erzählt. Und wie könnte es anders sein: Alexander Pechmann selbst muss sich nun in seine Bibliothek einreihen. Der gesamte Bestand seines Buches "Die Bibliothek der verlorenen Bücher" wurde bei einem Brand des Aufbau-Verlages vernichtet. Es ist nur noch antiquarisch erhältlich.

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