Ein Kind, hinter Lichtbändern versteckt

AFP/ ROSLAN RAHMAN

Digitale Tarnung

1. Camouflage für das Leben in der Überwachungsgesellschaft
Gestaltung: Lukas Plank

2. "So funktioniert Digitalisierung"
Gestaltung: Franz Zeller

1. Kameras an öffentlichen Plätzen, Tracking-Technologien in Einkaufshäusern, smarte Lautsprecher, die uns belauschen, und Apps, die allerlei Daten sammeln - online wie offline werden wir immer mehr vermessen und überwacht. Einige Wissenschaftler und Aktivisten kritisieren das nicht nur, sie basteln auch an kreativen Gegenmaßnahmen.

So arbeitet Joey Bose, der derzeit seinen Doktor am Montreal Institute for Learning Algorithms an der University of Montreal macht, an Strategien um Gesichtserkennungssoftware auszutricksen. Denn Fotos, die wir auf Online-Plattformen hochladen, werden von Künstlichen Intelligenzen gescannt um unsere Gesichter zu erkennen.

Nach mehreren Versuchen hat Bose eine erfolgreiche Strategie entwickelt um Gesichtserkennungssoftware zu täuschen. Seine Software versieht Fotos mit einem Bildrauschen, sodass Gesichtserkennungssysteme das Gesicht nicht mehr erkennen können. Der Algorithmus kann ein modernes Gesichtserkennungs-System mit 99 prozentiger Sicherheit hinters Licht führen. Der Clou dabei ist, dass man das Bildrauschen als Mensch nicht sehen kann - nur die Künstliche Intelligenz wird davon sozusagen "geblendet". Das Ganze funktioniert ein Bisschen wie ein Wasserzeichen, das Selfies für Gesichtserkennungs-Systeme quasi verpixelt.

Wissenschaftler und Aktivisten arbeiten aber nicht nur an Foto-Filtern, die gegen Gesichtserkennungs-Systeme arbeiten, sondern auch an speziellen Kleidungsstücken, die vor Drohnen schützen sollen und an einer App, mit der man Ultraschall-Tracking aufspüren und stören kann. Lukas Plank zeigt, wie man sich digital tarnen kann.

2. Hollywood liegt auch in Österreich. Eine Wiener Firma produziert mit mehr als 100 Mitarbeitern wöchentlich Animationsfilme für Disney. Das ist nur eines von vielen Beispielen für Digitalisierung in Österreich, die der Wirtschaftsjournalist Reinhard Engel in seinem Buch "So funktioniert Digitalisierung" gesammelt hat. Engel nennt den Band ein Sachbuch für Jugendliche und porträtiert darin Menschen und Branchen, die allesamt HiTech einsetzen - von der Tischlerei bis zur Forschung an autonomen Autos. Welche spannenden Arbeitswelten es in Österreich gibt, erläutert Reinhard Engel im Gespräch mit Franz Zeller.

Redaktion: Franz Zeller
Moderation: Wolfgang Ritschl

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