Theater, Performance, Ausstellung

Die Ö1 Club-Sendung.
1. Die verlorene Ehre der Katharina Blum
2. Requiem pour L.
3. Wo Dinge wohnen - Das Phänomen Selfstorage

Die verlorene Ehre der Katharina Blum: Premiere im Werk X
Am 21. Februar hat im Theater WERK X in Wien das Stück "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" nach der gleichnamigen Erzählung des deutschen Autors Heinrich Böll Premiere. Harald Posch inszeniert Heinrich Bölls Geschichte, die in den 1970er Jahren vor dem Hintergrund der Medienberichterstattung im Zusammenhang mit der RAF, der "Roten Armee Fraktion", entstanden ist und Böll als einen vermeintlichen Sympathisanten der linksextremistischen Vereinigung dargestellt hat. Heinrich Böll betrachtete seine Erzählung als ein Pamphlet gegen die seiner Meinung nach in diesem Zusammenhang "negative, konfliktverstärkende Rolle des Sensationsjournalismus" und erzählt vom tragischen Verlauf einer unbescholtenen Frau, die wegen ihrer Freundschaft zu einem Straftäter zum Opfer einer menschenverachtenden Berichterstattung der Boulevardpresse wird und schließlich aus Wut und Verzweiflung den dafür verantwortlichen Reporter tötet. Harald Poschs Inszenierung zeigt Parallelen zur heutigen Medienlandschaft zwischen Fake News, alternative Facts und Facebook und beleuchtet, wie das Theater dazu schreibt, "wie die Wahrheit immer wieder unter die Räder gerät - auch weil sie weder in den Medien noch in der Politik ernsthafte Verteidiger mehr hat." "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" von Heinrich Böll in einer Inszenierung von Harald Posch hat am 21. Februar im Theater Werk X in Wien Premiere.

Requiem pour L.: Festspielhaus St. Pölten
"Requiem pour L." heißt das neue Stück des belgischen Regisseurs und Choreografen Alain Platel, in welchem er sich mit dem Tod auseinandersetzt: "Der Tod ist essenziell für das Leben. Wie gestalten wir unser Leben in Hinblick auf diesen unfassbaren Moment?" Alain Platel zeigt bei seiner Performance Filmaufnahmen vom Sterben einer todkranken Frau, die anonym bleibt, und dem Regisseur zustimmte, gefilmt zu werden. Die Filmaufnahmen begleiten auf einer bühnenbreiten Leinwand visuell die Musiker. Für Alain Platel ist der Tod ein wichtiger Aspekt in seinen Arbeiten Die Musik stammt von Fabrizio Cabrol, der Wolfgang Amadeus Mozarts unvollendetes "Requiem" rekonstruiert, und mit Anklängen aus Jazz, Oper und afrikanischer Popmusik vermischt. "Requiem pour L." von Alain Platel wird am Samstag, dem 23. Februar, um 19.30 Uhr im Festspielhaus St. Pölten aufgeführt.

Wo Dinge wohnen - Das Phänomen Selfstorage: Wien Museum
"Wo Dinge wohnen - Das Phänomen Selfstorage" ist der Titel einer Ausstellung, die derzeit im Wien Museum läuft. Das Konzept der so genannten "Selbsteinlagerung" wurde in den USA in den 1960er Jahren als Geschäftsmodell entwickelt. In Österreich wurde das erste Selfstorage vor 20 Jahren eröffnet. Seither steigen Angebot und Nachfrage dieser Lagerabteile, die man mieten kann. Die Ausstellung "Wo Dinge wohnen" fragt nach den Gründen und Rahmenbedingungen für diesen Trend - und danach, welche Personengruppen die neu geschaffenen Räume in welcher Form nutzen. Portraits von Nutzern gewähren einen Einblick in deren persönliche Strategien im Umgang mit der Knappheit von Raum und der Menge der Dinge, und erzählen auch von der Bedeutung von Gegenständen für die eigene Geschichte und Identität. Die Ausstellung "Wo Dinge wohnen - Das Phänomen Selfstorage" im Wien Museum kann man noch bis zum 7. April besuchen.

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Festspielhaus St.Pölten
Wien Museum

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