Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren

Es gibt für jeden einen Platz auf der Erde. Der Musiker und Schriftsteller Martin Kubaczek. Feature von Nikolaus Scholz

"Traurig zergingen auf meiner Zunge die Sterne". So endet Martin Kubaczek's autobiografische Erzählung "Strömung", in der der in Wien geborene Autor seine Kindheit in den 1960er Jahren in Jedlesee im Nordosten der Bundeshauptstadt beschreibt. Für die Tonspuren wird der Germanist und Musiker noch einmal an den Ort seiner Kindheit zurückkehren, an dem nichts mehr ist, wie es einmal war. Und er öffnet die Tür zu seiner in einem Hinterhof gelegenen Schreibstube in der Rotensterngasse - jenem Ort, der ihm seit Jahren als literarische Inspirationsquelle dient.

Und noch ein drittes Fenster in die Welt des Autors wird entriegelt, ein Fenster, das seine leidenschaftliche Affinität zu Japan widerspiegelt. Von 1990 bis 2000 war Kubaczek Lektor und Dozent in Tokyo, wo er mit seiner amerikanischen Frau und seinen beiden Kindern 10 Jahre lang in den japanischen Alltag tauchte, unbekanntes Terrain erkundete, und seine Erlebnisse auch literarisch dokumentierte. Doch dann stülpt sich von einem Tag auf den anderen sein Leben um. Was zuerst nur ein winziger schwarzer Punkt unter dem Schulterblatt ist - ein Muttermal, das entfernt wird - wird als Krebserkrankung diagnostiziert. Die Ärzte geben ihm kaum eine Überlebenschance, doch es gelingt Kubaczek, sich den Krebs von der Seele zu schreiben.

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