Radiogeschichten

"Große Ferien" von Angelika Klüssendorf. Es liest Petra Morzé. Gestaltung: Stefanie Zussner

Michael kommt von seinem letzten Schultag vor den Sommerferien nach Hause. Seine hochschwangere Mutter entlässt ihn nicht ohne Essen in sein Zimmer, vor den Computer. Er hört gar nicht zu, was sie ihm erzählt, starrt aus dem Fenster und denkt über die gemeinsame Situation nach. Von seiner Mutter weiß er viel, denn mit ihr lebt er und sie begleitet der Vierzehnjährige überall hin, seit sie das Haus nicht mehr alleine verlässt.

Den Vater sieht er seit der Scheidung nur noch selten, aber durch Zufall hat er dessen Leidenschaft für Computerspiele entdeckt. Der Vater verrät leichtsinniger Weise seinen Spielernamen, und Michael begegnet seinem Vater jeden Abend in der virtuellen Welt ...

Die Schriftstellerin Angelika Klüssendorf, geboren 1958 in Ahrensburg, lebte ab 1961 in Leipzig, seit 1985 in der Bundesrepublik und heute in Berlin. Sie nahm 1989 am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil, erhielt diverse Stipendien und Preise, 2004 den Roswitha-Preis der Stadt Bad Gandersheim.

Neben dem Roman "Alle leben so" veröffentlichte sie Erzählungen, zuletzt 2004 den Erzählband "Aus allen Himmeln" und 2009 "Amateure". Ihre "Gesellschaftsprosa" in der Tradition der großen amerikanischen Erzählerinnen wird mit jener von John Updike, Max Frisch und Ingeborg Bachmann verglichen.

Service

Aus: Angelika Klüssendorf, "Große Ferien" aus "Amateure", Erzählungen, Verlag S. Fischer

Sendereihe

Übersicht