Radiokolleg - Yiddish Glory

Jüdische Lieder aus dem Zweiten Weltkrieg (2). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

Hoffnung und Angst, Verzweiflung und der eiserne Wille zum Widerstand, Rachegelüste und schwarzer Humor - das sind nur einige der Emotionen, die osteuropäische Juden zwischen 1943 und 1947 in ihren Liedern zum Ausdruck brachten. Die einen dienten als Soldaten in der Roten Armee, andere überlebten von den deutschen Nationalsozialisten errichtete Ghettos in der Ukraine. "Hitler kann uns nur mehr in der Nacht umbringen, wenn wir von ihm träumen", heißt es zum Beispiel in einem Lied von jüdisch-sowjetischen Soldaten. Ein anderes lobt Stalin als den "Helden" und Bezwinger "fun Hitlern, dem farflukhtn daytshn". Der derart gepriesene sowjetische Machthaber zeigte freilich wenig Interesse an der jüdischen Kultur.

Die russischen Forscher, die die Lieder wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg entdeckten und sammelten, wurden verhaftet und ihre Unterlagen konfisziert. Ein halbes Jahrhundert später gelang es der an der Universität Toronto in Kanada lehrenden Historikerin Anna Shternshis, eine neue Sammlung zu erstellen. 2017 entstand gemeinsam mit russischen und kanadischen Musiker/innen das Album "Yiddish Glory". Besucher/innen des Musikfestivals Glatt & Verkehrt 2019 hatten bereits die Gelegenheit, einige der Lieder live zu hören.

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