Replikat von Ferdinand Magellans Schiff

AFP/LOIC VENANCE

Radiokolleg - Die Erde ist keine Scheibe

500 Jahre Weltumsegelung durch Magellan (1). Gestaltung: Andreas Wolf

Ferdinand Magellan galt als verschwiegen, hart und durchsetzungsfähig. Als Soldat kämpfte der adelige Portugiese in Indien und Afrika. Über einen Freund erfuhr Magellan vom Reichtum der "Gewürzinseln" - den heutigen Molukken. Sein Plan mit einer portugiesischen Flotte dort hin zu segeln fand in seiner Heimat aber keine Unterstützung. In Spanien hatte er mehr Erfolg. Nach zahlreichen Verzögerungen stach Magellan am 20. September 1519 mit 5 Schiffen und rund 250 Mann Besatzung in See. Es war eine Fahrt ins Ungewisse.

Der Vertrag von Tordesillas teilte die Welt in eine spanische und portugiesische Hemisphäre. Die Lage der "Gewürzinseln" war aber umstritten. Um nicht in den portugiesischen Machtbereich einzudringen, wählte Magellan die Westroute.
Bei seiner Fahrt konnte er auf das beste Kartenmaterial der Zeit zurückgreifen. Die Küstenlinie des amerikanischen Kontinents war bereits teilweise bekannt. Gerüchten zufolge gab es jenseits der Landmasse ein weiteres Meer. Magellan war überzeugt davon einen Wasserweg zwischen dem Atlantischen- und dem Pazifischen Ozean zu finden, doch seine Aufzeichnungen erwiesen sich als fehlerhaft. Erst nach Schiffsverlusten, Meutereien und einer Überwinterung durchquerte er an der Südspitze Amerikas eine enge Wasserstraße - die heute nach dem Entdecker benannte "Magellanstrasse". Von dort dauerte es, quer über den Pazifik, mehr als 3 Monate bis die verbliebenen 3 Schiffe wieder Land entdeckten.

Bei Christianisierungsversuchen auf den Philippinen wurde der streng gläubigen Ferdinand Magellan am 27. April 1521 getötet. Fast eineinhalb Jahre später torkelten 18 Mann, die Reste seiner Armada, in Spanien an Land. Krank, zerlumpt, und ausgezehrt, waren sie die Überlebenden der ersten Weltumsegelung. Als Beute brachten sie 26 Tonnen Gewürze mit, womit das gesamte Unternehmen als Gewinn verbucht werden konnte.

Mit der Weltumsegelung war auch für die letzten Zweifler der Beweis erbracht, dass die Erde rund sei. Die lange und gefährliche Westpassage erwies sich aber als unrentabel. Erst die Dampfschiffe des 19. Jahrhunderts konnten die Magellanstrasse als Wasserweg effizient benutzen. Der Bau des Panamakanals, am Beginn des 20. Jahrhunderts, beendete die kurze Blüte dieser südamerikanischen Küstenregion.

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