Europäische Wildkatze

APA/dpa-Zentralbild/Marc Tirl

Vom Leben der Natur

Wildkatzen - scheue Einzelgänger (2)

Schleichende Rückkehr.
Der Wildökologe Andreas Kranz begibt sich auf die Spuren der Europäischen Wildkatze in Österreich.
Teil 2: Partnersuche und Fortpflanzung

Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris) ist durch die drei charakteristischen Ringe am buschigen schwarzen Schwanz zu erkennen. Sie hat einen schwarzen Strich auf dem Rücken, ebenso Linien auf Nacken und Schultern. Ihr Fell ist ockerfarbig, verwaschen braun. Auf den ersten Blick ähnelt sie im Habitus der Hauskatze, aber bei genauerer Betrachtung sind ihre Haare ein bisschen länger als jene der getigerten Hauskatze, die ihrerseits von der afrikanischen Falbkatze abstammt. Bei ganz detaillierter Untersuchung ist dann klar: Der Darm der Hauskatze ist deutlich länger als jener der Wildkatze.

Seit den 1950er Jahren galt die Wildkatze in Österreich als ausgestorben, doch seit rund 20 Jahren macht sie sich wieder bemerkbar. Das beweisen einerseits Fotos von Wildkameras und andererseits auch Totfunde.

Der Naturschutzbund Österreich hat daraufhin gemeinsam mit anderen Institutionen die Koordinationsstelle "Wildkatze" eingerichtet, bei der Expertinnen und Experten Meldungen nachgehen. Neben Fotos werden auch genetische Analysen gemacht, um Herkunft und Verwandtschaft festzustellen. Denn die Europäische Wildkatze kann aus Italien, Ungarn, der Slowakei und aus Deutschland einwandern. Vielleicht auch noch aus anderen Gegenden, aber das ist ungewiss. Gewiss ist jedoch, dass es inzwischen Nachwuchs in Österreich gibt, und zwar in Niederösterreich. Nun wird der Status "ausgestorben" umgewandelt in "vom Aussterben bedroht".

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GESPRÄCHSPARTNER:
DI Dr Andreas Kranz
Ingenieurbüro für Wildökologie und Naturschutz
| naturschutzbund | Österreich
Netzwerk Wildkatze

Melde- und Koordinationsstelle Wildkatze c/o Naturschutzbund

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