ORF/URSULA HUMMEL-BERGER
Sound Art: Kunst zum Hören
Zukunftsaussichten junger Künstlerinnen und Künstler
"Welcome to the Western World Survival Show" von Kerstin Schütze mit Texten von Georg Seßlen und Rutger Bregman ++ "Ecce, sigh! Siren calls still, I feel the same." von Antonia Alessia Virginia Beeskow
7. November 2024, 23:03
The Western World Survival Show
Der Versuch, mit einem Hörspiel die eigene Systemrelevanz zu beweisen, läuft angesichts düsterer Zukunftsaussichten und täglicher Katastrophenmeldungen für eine Gruppe junger Künstler gehörig aus dem Ruder. Der Traum von einer besseren Welt gerät trotz überstandener Lockdowns in der Pandemie zum bösen Erwachen und wird von dem Verdacht genährt, dass sich die Kulturschaffenden mit der Erklärung als Härtefall womöglich selbst abschaffen. Eine Krise, oder zumindest eine ihrer Erscheinungen ist, frei nach Gramsci, der Zustand, in dem ein Altes stirbt, aber ein Neues sich nicht entfalten kann. Junge KünstlerInnen kämpfen im Tonstudio ums Überleben ihrer Zunft. Sie bewaffnen sich mit Chips und "Utopien für Realisten", verweigern die Umerziehung für die Kreativwirtschaft.
Es sprechen Studierende des Max Reinhardt Seminars: Sophie Borchhardt, Coco Brell, Mara Romei, Roberto Romeo, Laura Schlittke, Flo Sohn, Simon Schofeld, Tristan Witzel, Sarah Wockenfuß & Lukas Schöppl
Stück & Regie: Kerstin Schütze
mit Auszügen aus Georg Seeßlen "Die zweite Welle - Corona & Kultur", Bahoe Verlag 2021
und Rudger Bregman "Utopien für Realisten", Rowohlt Taschenbuch Verlag 2020
Tongestaltung: Anna Kuncio, David Lipp und Jakob Kainz
Musik: Low Life Rich Kids, Pink Floyd, Nicolas Britell, David Lipp
Eine Produktion des Max Reinhardt Seminars und Ö1 2024
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"Ecce, sigh! Siren calls
still, I feel the same." von Antonia Alessia Virginia Beeskow Vor ihrem Studium der Angewandten Theaterwissenschaft und dem Master in "Klang & Realität" in Düsseldorf, studierte Antonia Alessia Virginia Beeskow zunächst Archäologie - und auch ihre künstlerische Herangehensweise beim Stück ""Ecce, sigh! Siren calls
still, I feel the same" ist archäologisch: Sie gräbt sich durch die Schichten ihrer Festplatte, fördert längst Vergessenes zutage und arrangiert die akustischen Bruchstücke zu einem neuen Ganzen, zu einem akusmatischen Kadaver, wie sie es nennt. Ausgezeichnet mit dem Karl-Sczuka Förderpreis 2024.