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Am Wendepunkt: Internetpionier Michael Mascha erfindet sich neu.

Jahrelang sind Michael Mascha und seine Frau Erika auf Erfolgskurs. Mascha macht Karriere als Dokumentarfilmer, gemeinsam sind sie Internetpioniere und Unternehmer. Doch dann crasht es gewaltig. Aber die beiden sehen in jedem Problem eine Lösung. Von Gerald Navara.
Mit 25 zieht die Violinistin Nerina Coppola von Neapel nach Berlin und gründet dort eine erfolgreiche Geigenschule für Kinder. Massive Halswirbelsäulenschäden zwingen sie zum Aufhören. Mit 50 beginnt sie etwas vollkommen Neues. Von Renate Maurer

"Solange du zu essen hast und gesund bist, hast du keine Probleme."

Michael Mascha ist ein erfolgreicher Businessmann aus den USA mit Wiener Wurzeln. Seine Kindheit und Jugend verbringt er im Wien der 1960er Jahre. Der 3.Bezirk mit seinen G'stetten und die Familienausflüge in die Lobau mit Angelrute und Zelt prägen ihn. Sein Interesse für Ethnologie bringen ihn und seine spätere Frau Erika, eine Bankangestellte, ans andere Ende der Welt auf die kleine Insel Matuku von Fidschi. Thema seiner Dissertation ist die lokale Fischerei, inspiriert von den Kindheitstagen in der Lobau. Hier entsteht auch sein Dokumentarfilm "Seven Scenes of Plenty" der ihm eine Berufung zum Assistenzprofessor an die University of Southern California in den USA einbringt. Dort erlebt Mascha 1992 die Geburt des World Wide Web. Er verlässt die Universität, gründet mit ein paar Studenten und seiner Frau die Firma W3 und berät vom Start weg die größten Unternehmen in den USA beim Einstieg in das neue Medium. Nach sechs Jahren sind er und seine Frau mehrfache Dollarmillionäre und genießen das feine Leben der Upper Class. Doch dann platzt im Jahr 2000 die Internetblase und mit einem Schlag ist alles Geld weg.
"In Amerika sagen sie, jetzt weißt du wie es geht, starte nochmal". Und genau das macht das Ehepaar...

"Ich warte wie das Rennpferd auf den Startschuß"

Nerina wird mit neun Geschwistern in Neapel groß, der Vater ist Klinikdirektor, die Mutter Biologin. Mit vier bekommt sie ihre erste Geige, zusammen mit ihrer Zwillingsschwester wird sie aufs Konservatorium im gefährlichen Spanischen Viertel geschickt, bekannt als Revier der Camorra. Die Kindheit und Teenagerzeit verbringt Nerina mit Lernen und Üben, 6-12 Übungsstunden am Tag - der Vater erwartet höchste Leistungen. Nach ihrem Geigendiplom spielt sie im Ensemble "Museo della musica Napolitana", das originale neapolitanische Musik aufführt.
Mit 25 zieht sie frisch verheiratet nach Berlin, trennt sich von ihrem italienischen Mann und genießt die große Freiheit in einer Künstler-WG. 2004 gründet sie eine Geigenschule für Kinder, nachdem sie selbst Mutter geworden ist und vom Vater der beiden Kinder plötzlich verlassen wurde. Bald darauf beginnen die Nackenschmerzen, es kommt zu Bandscheibenvorfällen an der Halswirbelsäule und weiteren typischen Geigerkrankheiten. Trotz des großen Erfolgs der "Kinderetage" muss sie das Violine spielen beenden. 2021, mit 50, beginnt sie noch einmal ein Studium: "Angewandte Psychologie" und genießt das Lernen. Die Prüfungen machen ihr keine Angst. Gerade hat sie den Bachelor bestanden.

Am Wendepunkt.
Wenn das Leben die Richtung ändert.
Eine Serie der Hörbilder.
Idee und Konzept: Eva Roither
Gestaltung: Gerald Navara und Renate Maurer
Soundstücke: Stefan Weber und Diana Hannappi
Ton: Fridolin Stolz und Milos Ikic
Redaktion: Eva Roither und Elisabeth Stratka

Die gesamten Folgen der Podcast-Serie finden Sie auf sound.orf.at

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