Blitz Zukunft
Von: Richard Knall | 1. Jänner 2021, 21:24
Inhaltsangabe:
Lisa, ein achtjähriges Mädchen ist unheilbar krebskrank, sie hat nur noch kurze Zeit zu leben. Sie spielt gerne Klavier. Ihr Vater möchte sie auf eine Klavierschule schicken, aber nur formhalber, so zum Schein, damit sie eine Art Zukunftsperspektive hat, auch in dieser unausweichlichen Situation. Die Eltern verstricken sich dabei in Lügen, wodurch beide Gewissensbisse bekommen. Die Eltern entscheiden sich, das Lügengeflecht aufrecht zu halten. Die Hoffnung, auf eine Musikschule gehen zu dürfen, gibt Lisa enorme Kräfte, wodurch sie länger am Leben bleibt, als erhofft. Die Eltern sind dafür dankbar, Lisa eine kurze Zeit länger „lieb“ zu haben. Lisa stirbt und die Lügen der Eltern fliegen nicht auf.
Mitwirkende:
LISA Kind – Larissa Reumüller
MUTTER: Cornelia Nemluvil
VATER: Richard Knall
KLAVIER: Arrangement und Spiel Frau W. Torealba
Beitragstext:
KLAVIER
MARIE: Tomas, wie kannst du nur deiner Tochter, wo ihr der Krebs nur mehr eine kurze Lebens-Zeit gibt, vorschlagen, eine Musikschule zu besuchen, nur weil sie ein bisschen Klavier spielt.
TOMAS: Ach komm Marie, sie ist schon acht Jahre und jedes Kind in diesem Alter braucht eine Zukunft, auch wenn sie noch so kurz ist.
KLAVIER
LISA: Mama, ich will in eine Musikschule gehen, um Klavier zu lernen.
MARIE: Schau Lisa, dein Körper ist jetzt noch zu schwach..
LISA: Nein Mama, ich will jetzt in eine Musikschule gehen, mir geht es eh gut.
MARIE: Schau Lisa, sei vernünftig, ….
LISA: Nein, ich will, ich will, ich will, in, die, Musikschule, geh ´n!
TOMAS: Ja, ist ja gut Lisa, beruhige dich! Ok du sollst in eine Musikschule geh`n, … du musst aber zuerst eine Aufnahmsprüfung machen und ….
LISA: Papa, danke, ich bin so glücklich!
KLAVIER
MARIE: Tomas und was jetzt. So wie Lisa ausschaut, ohne Haare mit einem eingefallenen Gesicht, die Hände kraftlos, kaum dass sie ihren Rollstuhl selbst bewegen kann, das geht doch schief, die lassen Sie doch gar nicht antreten und dann ….
TOMAS: Schau, ich kennen da eine Musikerin, mit der könnte ich reden und wir inszenieren in ihrem Haus für Lisa eine Art Aufnahmeprüfung, wo sie dann durchkommen wird.
KLAVIER
LISA: Hallo Mama, Mama, ich war mit Papa bei der Klavierprüfung und ich bin aufgenommen worden, Mama, ich bin so glücklich, aber jetzt muss ich mich hinlegen und schlafen, Mama, hilf mir aus dem Rollstuhl.
KLAVIER
MARIE: Sie schläft tief vor Erschöpfung. Tomas, das ist alles für sie zu anstrengend. Ich glaube, wir machen da einen Fehler.
TOMAS: Aber nein, ich bin davon überzeugt, dass wir alles richtig machen. Schau, sie hat das Wort „glücklich“ ausgesprochen, ist das nicht wunderbar.
KLAVIER
LISA: Papa, wo ist diese Musikschule?
TOMAS: Ja, die ist, eh, etwas auswärts.
LISA: Wie heißt diese Schule?
TOMAS: Ja, dass hab´ ich jetzt vergessen…
LISA: Wie komm ich da hin?
TOMAS, Eh, wir werden dich hinführen.
LISA: Wieviel Kinder sind dort?
TOMAS: Ja, es sind mehrere Klassen.
LISA: Hab` ich da auch so ein großes Klavier, wie wir es hier haben?
TOMAS: Ja, dort sind viele Instrumente.
LISA: Hab´ ich dort einen Lehrer oder eine Lehrerein?
TOMAS: Ah, das wissen wir noch nicht. Es muss erst ein Platz frei werden.
LISA: Aber Papa, ich will jetzt schon hingehen.
KLAVIER
TOMAS: Marie, ich glaube du hast recht. Ich schaff es kaum noch, ihre vielen Fragen zu beantworten. Meine Antworten sind alles nur Lügen. Marie, ich habe Angst, dass Lisa uns unseren Lügenturm nicht mehr glauben wird. Stell dir nur vor, diese Enttäuschung, wenn sie die Wahrheit erfährt. Marie, ich fühle mich ganz mies.
MARIE: Nicht nur das Tomas, wir kämpfen um jeden Tag für das Leben unserer Tochter und nun dreht sich alles um, jetzt heißt es, desto früher unser Tochter uns verlässt, desto eher haben wir die Chance, dass unser Lügengenturm nicht auffliegt. Tomas, wir müssen Ihr die Wahrheit sagen.
TOMAS: Ja, du hast recht, aber wenn wir das jetzt tun, fügen wir ihr einen großen seelisches Schmerz zu. Nein Marie, wir können jetzt nicht mehr zurück, wir müssen mit unseren Lügen so weiter machen.
KLAVIER
TOMAS: Liebe Lisa, wir danken dir für diese wunderbaren acht Jahre deines Lebens, die du uns geschenkt hast. Du hast uns nun in Frieden verlassen, mit deiner Hoffnung auf die Klavierschule. Diese Hoffnung hat dir viel Kraft gegeben und wir konnten dich noch länger als erhofft, „lieb“ haben, aber der Krebs war stärker. Die Frage, „was wirklich geschah“, brauchst du nicht in dein Grab mitzunehmen.
KLAVIER
Biografische Angaben:
Richard Knall, geb. in Wien,
Beruf: selbstständig - Branche Beherbergung
Hobby: Schauspiel
1050 Wien, Einsiedlergasse 19/2
Tel.: 0676 5378816
office@appartements-wien.com
Übersicht:
Track 5' - Was wirklich geschah
