ÖH: Ignoranz der Regierung nicht zu überbieten
Studenten bei Regierung abgeblitzt
Der Universitätsgipfel im Bundeskanzleramt hat kein zusätzliches Geld für die Universitäten gebracht. Es soll aber Verhandlungen über ein neues Finanzierungsmodell für die Universitäten geben. Zuvor haben allerdings die Studentenvertreter den Gipfel vorzeitig verlassen. Kanzler und Vizekanzler wollten nur über Härtefälle diskutieren, dabei seien 27.000 Studenten massiv betroffen, so die ÖH.
8. April 2017, 21:58
Morgenjournal, 23.11.2010
Regierung spricht nur über "Härtefälle"
Viele Worte, aber nichts Konkretes - das ist auch das Ergebnis des dritten Gesprächs der Regierungsspitze mit Budgetkritikern. Diesmal waren Rektoren und Studenten an der Reihe. Bei der Familienbeihilfe werden Härtefälle zwar entschärft, im Grunde bleiben die Kürzungen aber wie geplant, bekräftigten Kanzler und Vizekanzler einmal mehr.
ÖH: 27.000 Studierende betroffen
Für die Studentenvertreter war das Grund genug, den Uni-Gipfel vorzeitig zu verlassen. ÖH-Vorsitzende Sigrid Maurer: "Faymann und Pröll sitzen da und grinsen und sagen, dass sie irgendwann einmal zum Nachdenken anfangen werden. Sie sprechen von einzelnen Härtefällen und erkennen nicht, wie katastrophal die Auswirkungen für 27.000 Studierende sind. Die Ignoranz, die uns da drinnen entgegen gebracht wird ist nicht zu überbieten!"
Studenten wollen protestieren
Maurer ruft deshalb zu Protesten am 27. November auf. An diesem Tag ist in Wien nämlich eine Demonstration gegen das Sparpaket geplant, an der sich auch Familien- oder Pensionistenverbände sowie Gewerkschaften beteiligen.
Universitäten brauchen 300 Millionen Euro
Und auch den Universitäten haben Kanzler und Vizekanzler gestern Abend kein zusätzliches Geld versprochen. Rektoren-Chef Hans Sünkel: "Das war nicht zu erwarten, dass ein Scheck mit 300 Millionen Euro rübergeschoben wird." So viel Geld brauchen die Universitäten ab 2013 mehr, andernfalls müssten etwa Lehrveranstaltungen gestrichen oder beim Personal gekürzt werden, so Sünkel.
Rektoren sehen Gesprächsbereitschaft
Auch wenn die Regierung dafür gestern keine Zusage gegeben hat, habe der Gipfel aber etwas gebracht. Sünkel: "Die Bereitschaft, dass die Regierung bereits ist mit den Rektoren die ersten vier Monate des Jahres 2011 zu nützen, um adäquate Lösungen zu finden."
Studienplatzfinanzierung für Unis
Bis April 2011 wird nämlich der nächste Finanzrahmen für die Universitäten ausverhandelt und dafür soll ein neues Finanzierungsmodell für die Hochschulen ausgearbeitet werden - und zwar eine Art Studienplatzfinanzierung, erklärten Kanzler und Vizekanzler nach dem Treffen. Ob das auch mehr Geld für die Unis bedeute, darauf wollten sie sich freilich nicht festlegen lassen.
