Fall Graf: Politikverdrossenheit droht

Martin Graf zieht sich aus der umstrittenen Privatstiftung zurück, um Schaden abzuwenden - Schaden unter anderem für die FPÖ. Politische Beobachter sehen zwar ein gewisses Problem für die FPÖ an sich, aber auch für die Politik im Allgemeinen - Stichwort Politikverdrossenheit.

Mittagsjournal, 4.6.2012

Filzmaier sieht Problem für FPÖ

Die FPÖ habe durch Martin Graf ein strategisches Problem, so Politologe Peter Filzmaier. Die FPÖ strebe den ersten Platz an, damit brauche sie auch die Stimmen der Pensionisten. Und genau dabei mache sich die derzeitige Debatte um den Fall Graf und einer betagten Pensionistin nicht gut.

Und selbst wenn sich die Diskussion um die Stiftung bald wieder beruhigen sollte: das grundlegende Dilemma bleibe, so Filzmaier. Der dritte Nationalratspräsident stehe immer wieder im Fokus, entweder über seine Burschenschafter-Tätigkeiten oder private Geschäfte. Beides wurde immer wieder kritisiert und das werde auch so bleiben, so Filzmaier.

Stainer-Hämmerle: Politikverdrossenheit steigt

Politologin Kathrin Stainer-Hämmerle sieht durch die Diskussionen um Martin Graf vor allem ein Problem für die Politik insgesamt und vor allem eine Politikverdrossenheit. Die Wahlbeteiligung würde sinken.

Ob die anderen Parteien von der Causa Graf profitieren können, hänge von deren Geschick ab.

Bis zu den nächsten Wahlen dauert es noch. Anfang 2013 stehen in Graz Gemeinderatswahlen und in Niederösterreich Landtagswahlen auf dem Plan.