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Politik

Deserteursdenkmal am Ballhausplatz

Der Standort für das geplante Denkmal für Wehrmachts-Deserteure ist fix: Die Wiener Stadtregierung ist nun mit dem Ballhausplatz zwischen Präsidentschaftskanzlei und Bundeskanzleramt einverstanden. Diesen Standort hat zuvor das Personenkomitee "Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz" gefordert.

Abendjournal, 12.10.2012

Peter Daser

Erstes Denkmal für Wehrmachtsdeserteure

Monatelang ist über einen Standort für das geplante Denkmal für Wehrmachtsdeserteure in Wien verhandelt worden. Es soll der erste derartige Gedenkort in Österreich werden, nachdem zuletzt der Nationalrat auch per Gesetz die Deserteure der Wehrmacht als Opfer der Nationalsozialisten anerkannt wurden. Im Gespräch war zunächst der Heldenplatz, zuletzt schien allerdings der unmittelbar angrenzende Ballhausplatz als besserer Standort – schließlich wird am Heldenplatz traditionell an die gefallenen Soldaten erinnert und ein gemeinsames Gedenken war umstritten.

Öffentliche Rehabilitierung

Thomas Geldmacher vom Personenkomitee "Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz" begrüßt die Entscheidung und sagt: "Wir freuen uns einfach deswegen, weil Rot-Grün offensichtlich auch nach langer Zeit unserer beharrlichen Argumentation Folge leisten konnte und offensichtlich eingesehen hat, dass die Rehabilitierung der Opfer der NS-Militärjustiz nur dann auch auf gesellschaftlicher Ebene funktionieren kann, wenn sie öffentlich geschieht."

Nach Angaben des zuständigen Wiener Kulturstadtrats Andreas Mailath-Pokorny soll das Deserteursdenkmal im nächsten Jahr fertig werden.

12.10.2012

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