AK kritisiert hohen Ökostromzuschlag

Strom ist zu teuer in Österreich, kritisiert die Arbeiterkammer einmal mehr. Vor allem Haushalte zahlen zu viel für Ökostrom, ihr Beitrag für die Förderung erneuerbarer Energien sollte halbiert werden, dafür soll die Industrie mehr zahlen, fordert Arbeiterkammer Direktor Werner Muhm. Außerdem ist er für ein Wasser-Privatisierungsverbot in der Verfassung.

Morgenjournal, 31.1.2013

Private zahlen zu viel

64 Euro zahlt ein durchschnittlicher Haushalt im Jahr für die Förderung von Ökostrom, also Windkraft oder Biogasanlagen. Zu viel, kritisiert Arbeiterkammer Direktor Werner Muhm: die Privaten würden 25 Prozent der Energie verbrauchen, zahlen aber 50 Prozent der Kosten das sei nicht fair.

Defakto soll sich also der Beitrag der Haushalte für Ökostrom halbieren. Daraus folgt, dass die Industrie künftig mehr zahlen soll - wie viel? Die Differenz, sagt Muhm. Denn es könne nicht sein, dass die Energiewende im Wesentlichen von den Haushalten getragen werde, sagt Muhm und fordert dass das Ökostromgesetz reformiert wird.

Insgesamt zahlen Haushalte in Österreich mehr als der EU Durchschnitt für Strom und die Energiekonzerne kassieren zu viel: die Stromgroßhandelspreise sanken von Juli 2008 bis Jänner 2013 um 25 Prozent, die reinen Energiepreise für Haushalte stiegen um bis zu 20 Prozent.

Preise vergleichen, Anbieter wechseln

Muhm rät Konsumenten einmal mehr Preise zu vergleichen und Anbieter zu wechseln oder Strom zu sparen. Außerdem könnten sich Konsumenten zusammenschließen um ähnlich günstige Tarife wie für Unternehmen zu verhandeln. Muhm regt an, dass große Wohnbaugenossenschaften als Generalabnehmer auftreten sollten, um bessere Preise zu erzielen.

Auch das geplante Energieeffizienzgesetz ist Muhm ein Dorn im Auge. Es müsse klargestellt werden, dass Unternehmen die Mehrkosten haben, wenn sie Energieauflagen nicht erfüllen, diese Kosten nicht an die Haushalten weiter geben. Die Begutachtungsfrist für das Gesetz endet diese Woche.

Muhm spricht sich auch dafür aus, dass Wasser in Österreich niemals privatisiert werden darf. Auch er befürchtet dass Privatisierungen Realität werden könnten, sobald die Kassen leer sind, das zeige die Erfahrung der Schuldenstaaten.

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