Standort: oe1.ORF.at

Wissen

Parkinson: Bewegung kann helfen

Rund 100 Studien laufen derzeit, um die Nervenerkrankung Parkinson besser zu verstehen, denn die Ursache für diese Nervenerkrankung konnte bis dato nicht gefunden werden. Was allerdings erwiesen ist, dass - wie etwa auch bei Krebs - Bewegung förderlich für einen guten Verlauf ist. Darauf weist die Österreichische Parkinson-Gesellschaft anlässlich des heutigen Welt-Parkinson-Tages hin.

Mittagsjournal, 9.4.2014

Hilfe und Verständnis

Nordic Walking, Tanzen, Qi Gong, Krafttraining plus spezielle Physiotherapie - Männer und Frauen, die an der Parkinson-Krankheit leiden sollten sich bewegen, selbst im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit - die dann von Muskelsteifigkeit, gebeuchter Körperhaltung und Zittern geprägt ist, sagt Neurologe Eduard Auff von der MedUni Wien. Fehlende Bewegung habe negative Auswirkungen für verschiedenste Funktionen im Körper - von Herz-Kreislaufstörungen bis zu Stoffwechselstörungen - das werde von unzähligen Studien belegt.

Gefordert sind hier die Angehörigen, so der Experte - denn sie wollen die Betroffenen in der Alltagsroutine unterstützen und etwa vor Stürzen schützen, aber gut gemeint ist nicht immer gut. Dabei müssten die Helfer Verständnis für die Verlangsamung durch Parkinson aufbringen und sich darauf einstellen. Weltweit leben über sechs Millionen Menschen mit diesem Nervenleiden, in Österreich sind es rund 16.000.

Therapie ja, Heilung nein

Das Wie und Warum dieser Krankheit, die übrigens nicht nur zu Bewegungsstörungen, sondern auch etwa mit einem Verlust des Gehörsinns, mit Konzentrationsschwierigkeiten und Stimmungsschwankungen einher gehen kann, ist nach wie vor unklar. Klar ist nur, dass es eine genetische Komponente gibt, sagt der Präsident der Österreichischen Parkinson-Gesellschaft Gerhard Ransmayr. Geforscht werde auch über die Rolle von Umweltsubstanzen wie Schädlingsbekämpfungsmittel oder anderer Industrieprodukte oder die Auswirkung der Lebensweise.

Die Experten sind zuversichtlich, so Ransmayer, dass durch die vielen Studien die derzeit laufen man die Krankheit in zehn bis 20 Jahren mit modernen Medikamenten und Bewegung besser therapieren wird können, als heute. Eine Heilung ist bis dato aber nicht in Sicht.

09.04.2014

Mehr dazu auf oe1.orf.at

Übersicht: Alle ORF-Angebote auf einen Blick