Thomas Larcher

RICHARD HAUGHTON

Thomas Larcher im "Zeit-Ton"-Porträt

Der Tiroler Thomas Larcher, Jahrgang 1963, gilt als einer der einfallsreichsten und interessantesten Stimmen unter den zeitgenössischen Komponisten. Seine Musik ist innovativ und fesselnd zugleich und bewegt sich gekonnt im Spannungsfeld von experimentellen Spieltechniken und bewussten Rückgriffen auf Traditionen. Auftragswerke erhielt er u.a. vom Lucerne Festival, der Wigmore Hall London und der BBC.

Larcher studierte Klavier und Komposition an der Musikhochschule Wien. Bekannt wurde er zunächst vor allem als Pianist, der mit bekannten Orchestern und großen Dirigenten wie Claudio Abbado, Pierre Boulez und Franz Welser-Möst auftrat. Zu dieser Zeit schrieb er, zumeist privat, hauptsächlich Klavier- und Kammermusik.

Der Komponist

Ab 1998 begann Thomas Larcher verstärkt und mit großem internationalem Erfolg als Komponist zu arbeiten. Allein im letzten Jahr wurden etliche neue Werke des Tirolers uraufgeführt, die große internationale Beachtung fanden: wie das vierte Streichquartett "Lucid Dreams" für das Belcea Quartet anlässlich seines 20-Jahr-Jubiläums (Aufführungen in London, Wien, Berlin, Luxemburg, Grenoble), das Cellokonzert "Ouroboros" für Jean-Guihen Queyras (Aufführungen in Amsterdam, Lausanne, München, Wien, Oslo, Orebro und Hongkong) und ein Orchesterstück für die Wiener Philharmoniker und Semyon Bychkov, das am 3. Juni im Wiener Musikverein uraufgeführt wurde.

Schon Larchers erstes großes Orchesterwerk "Red and Green", dessen zwei Sätze mit komplementären Klangfarben spielen, wurde 2011 vom San Francisco Symphony Orchestra unter der Leitung von Osmo Vänskä äußerst erfolgreich uraufgeführt. Noch im selben Jahr folgte in der Royal Albert Hall anlässlich der BBC Proms die Premiere des Konzerts für Violine, Violoncello und Orchester mit Viktoria Mullova und Matthew Barley unter der Leitung von Ilan Volkov, für das Larcher 2012 bei den British Composer Award gewann. Derzeit arbeitet er an einer Oper, die im nächsten Jahr bei den Bregenzer Festspielen uraufgeführt wird.

Der Pianist

Thomas Larcher genießt noch immer auch als Pianist höchstes Ansehen. Sein Repertoire ist breit und reicht von einer Schubert/Schönberg-CD (ECM) bis zur Liedbegleitung mit Partnern wie Mark Padmore in Schuberts "Schwanengesang" oder Matthias Goerne, mit dem er zuletzt 2014 die vielfach preisgekrönte CD "Hanns Eisler: Ernste Gesänge, Lieder with piano" eingespielt hat.

Klangspuren & Musik im Riesen

1994 gründete Thomas Larcher in Schwaz in Tirol das Festival Klangspuren, das heute zu den renommiertesten europäischen Festivals für Neue Musik zählt und dessen künstlerische Leitung er 2003 abgab. Seit 2004 ist er der künstlerische Leiter des von ihm gegründeten Kammermusikfestivals Musik im Riesen, das jährlich im Mai in den Swarovski Kristallwelten in Wattens stattfindet.

Service

Thomas Larcher

Gestaltung

  • Patrizia Jilg