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Musik

Zeit-Ton

Dienstag
21. August 2012
23:03

Darmstadt 2012. Talea Ensemble. Gestaltung: Rainer Elstner

Das aus New York stammende "Talea Ensemble" widmet sich im besonderen Maße der Interpretation von Neuer Musik aus Europa. Die junge Formation brachte bei ihrem Konzert in der Orangerie in Darmstadt am 16. Juli "Dike Wall" von Pierluigi Billone und James Dillons "New York Triptych" zur Uraufführung. Als weitere Premiere erwartete das Publikum ein neues Ensemblestück, der in den USA lebenden Komponistin Jen Wang.

Herausragende junge Ensembles

Junge, herausragende Ensembles zu fördern, das hat sich Thomas Schäfer, der Leiter der Darmstädter Ferienkurse, zum Ziel gesetzt. Unter den vielen internationalen Ensembles, die auch heuer wieder in Darmstadt zu Gast waren, war auch das Talea Ensemble aus New York. Die Musikerinnen und Musiker waren bereits Ensemble in Residence an mehreren US-amerikanischen Universitäten und werden heuer auch bei Wien Modern zu erleben sein.

Das US-amerikanische Talea Ensemble hat eine klar erkennbare Programmlinie - und die weist über den Atlantik zur europäischen Avantgarde. Bei ihrem Konzert am 16. Juli 2012 hat das Talea Ensemble drei Uraufführungen präsentiert: von Pierluigi Billone, Jen Wang und James Dillon.

Inspiriert von Atomhüllen

Die Komponistin Jen Wang wurde 2010, bei den vorletzten Darmstädter Ferienkursen, als eine von fünf Preisträgerinnen ausgewählt, neue Stücke zu präsentieren. Nun wurde diese Auftragskomposition, die sie im Rahmen der Staubach Honoraria 2012 erhalten hat, durch das Talea Ensemble uraufgeführt.

"Valence" heißt das Stück – das heißt so viel wie Valenz, Ladungszahl. "Valence" wurde inspiriert von den Atomhüllen, so die Komponistin: "Die Idee von mehreren musikalischen Schichten, jede definiert durch je eigene Energie und Material, definiert die Struktur des Stücks und spielt auf mehreren Ebenen dieser Komposition eine Rolle."

Neues Stück von Pierluigi Billone

Der in Wien lebende italienische Komponist Pierluigi Billone hat in Darmstadt heuer - neben seiner Unterrichtstätigkeit - das erstmals ausgerichtete "Studio Interpretation" gemeinsam mit Marino Formenti betreut. Aktive Teilnehmer dieser Art Masterclass sind die Stipendiaten des letzten Ferienkurs-Jahrgangs. Ein neues Format der Ferienkurse, das sich in vertiefender Weise auf interpretationsästhetische und -technische Fragen konzentriert hat.

Außerdem hat Pierluigi Billone sein neues Ensemble-Stück "Dike Wall" präsentiert.

New York Triptych

James Dillons "New York Triptych" besteht, wie der Name schon sagt, aus drei Teilen. Doch nicht nur das, es bezieht sich auf zwei zuvor entstandene Triptychen und zitiert diese. Voraufgenommene Momente dieser zwei Vorgänger-Tritpychen sind in die Aufführung verwoben, dazu kommen akustisch verblasste Sprachaufnahmen von Marcel Duchamp.

Der schottische Komponist ist mit Darmstadt eng verbunden, er erhielt dort bereits 1982 den Kranichsteiner Musikpreis.

Gestaltung: Rainer Elstner · zur Sendereihe

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