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Musik
Richard Wagner

Richard Wagner: "Tristan und Isolde"

Donnerstag
13. Juni 2013
19:30

Mit Peter Seiffert (Tristan), Nina Stemme (Isolde), Stephen Milling (König Marke), Jochen Schmeckenbecher (Kurwenal), Janina Baechle (Brangäne), u.a.
Chor und Orchester der Wiener Staatsoper, Dirigent: Franz Welser-Möst
(zeitversetzte Übertragung aus der Wiener Staatsoper). Präsentation: Michael Blees

"Es war wohl zum Teil die ernste Stimmung, in welche mich Schopenhauer versetzt hatte, und die nun nach einem ekstatischen Ausbruche ihrer Grundzüge drängte, was mir die Konzeption eines Tristan und Isolde eingab. ... Von einem Spaziergange heimkehrend, zeichnete ich eines Tages mir den Inhalt der drei Akte auf, in welche zusammengedrängt ich mir den Stoff für künftige Verarbeitung vorbehielt. Für jetzt konnte ich mir die Gewalt antun, dieser Konzeption nicht weiter nachzuhängen, um mich in meiner großen musikalischen Arbeit am Ring des Nibelungen nicht stören zu lassen." In seiner Autobiografie Mein Leben schildert Richard Wagner so den Ursprung seines Tristan-Dramas.

Die "große musikalische Arbeit" wurde dann aber doch unterbrochen. Existenzsorgen veranlassten Wagner dazu, im Juni 1857 die Komposition des Rings in der Mitte des zweiten Siegfried-Aufzugs abzubrechen und die Ausführung von Tristan und Isolde in Angriff zu nehmen.

Es sollte ein leicht aufführbares Werk werden

Man mag es als Ironie empfinden, dass der Komponist ausgerechnet bei dieser "Handlung in drei Aufzügen" anfänglich ein leicht aufführbares Werk im Sinn hatte, eine Komposition, die schnell Verbreitung auf den Bühnen finden und auf diese Weise zur Gesundung der Finanzen des sich ständig in Geldnöten befindenden Komponisten beitragen sollte.

Was er allerdings schuf, war eines der außergewöhnlichsten Werke seiner Zeit, eine Partitur, die alles bis dahin Dagewesene sprengte - und viele Jahre lang als "unaufführbar" galt (in Wien beispielsweise wurde 1863 - nach 77 Proben - die projektierte Uraufführung abgesetzt).

Ursprünglich aus dem keltischen Sagenkreis

Der Tristan-Stoff stammt aus dem keltischen Sagenkreis; Wagners Hauptquelle bildete jedoch Gottfried von Straßburgs unvollendete epische Dichtung von 1210.

Auch schon vor Wagner war dieses Epos dramatisiert worden, beispielsweise 1553 von Hans Sachs. Im Gegensatz zu Gottfried von Straßburg, in dessen "anmutigem Gedicht" durchaus auch komische Szenen vorkommen, konzentrierte sich Wagner auf den tragischen Grundton der Handlung.

Als Beitrag zum Wagner-Gedenkjahr 2013 bringt die Wiener Staatsoper am 13. Juni eine Neuproduktion von Tristan und Isolde heraus. Diese erst vierte Produktion im Haus am Ring in der Nachkriegsgeschichte wird von Franz Welser-Möst dirigiert und von David McVicar inszeniert.

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