Das kleine Rockstarleben

Der Traum von einer eigenen Band

Fette Plattenverträge, weltweite Tourneen, kreischende Groupies, ein wildes Rockstarleben - klassische Träume von Teenagerbands. Mit den Jahren weichen die Träume der Realität, die große Musikkarriere rückt in die Ferne - oder doch nicht?

"Dancing on your grave": Motörhead vs. Rewolfinger

Ein bis zwei Gitarren, ein Bass, Schlagzeug und drei bis vier Teenager, traditionell die Zutaten für Garagenbands, oder hierzulande wohl eher Kellerbands. Musikalisches Können ist eher Nebensache, der Traum einmal ganz groß 'rauszukommen schon eher, zumindest kurz nach erfolgreich abgeschlossener Pubertät.

Üblicherweise schleicht sich mit den Jahren die Realität in solche Träume, die große Rockkarriere rückt immer weiter in die Ferne - oder doch nicht? Was bleibt von dem Traum, was treibt eine Band an, deren Mitglieder nicht nur den Teenagerjahren, sondern bereits den Zwanziger entwachsen sind?

Beispiel Rewolfinger

Taufrisch sind die Rewolfingers nicht mehr. Der Haaransatz liegt schon ein wenig höher, und sieht man von Bratschistin Barbara ab, fängt die Altersskala bei etwa dreißig an. "Trashiger Country mit Musette-Einflüssen und ein gehöriges Punkfeeling" - so beschreiben sie ihre Musikrichtung.

Die Band gibt es seit zirka drei Jahren und Rewolfinger kann bereits kleine Erfolge verbuchen: eine EP ist aufgenommen, vor kurzem war die Band auf einer kleinen Tournee, die sogar ins ferne Rosenheim führte.

Das Konzept von Rewolfinger ist einfach und raffiniert zugleich. Eigene Lieder spielt die Band nicht - und dann auch wieder doch. Das funktioniert so: man nehme einen Titel, der textlich gefällt, mag der Song eigentlich auch noch so weit vom Country entfernt sein.

Rock als Nährboden

Der Traum, einmal den richtigen Durchbruch zu schaffen, der vielleicht bei allen Beteiligten einmal eine Rolle gespielt hat - in früheren Bandleben, als fette Verträge, Tourneen, große Bühnen und Groupies vorschwebten - dieser Traum mag zum einem großen Teil den harten Tatsachen des Älterwerdens gewichen sein. Doch, irgendwo, schlummert der Appetit auf Größeres doch noch. Bei manchen tiefer als bei anderen.

Mit Würde und Country altern

Einigkeit über die Ziele der Band herrscht nicht. Genauso wenig wie über die genaue musikalische Richtung, außer natürlich über die weit gefasste Überschrift "Country“.

Acht Bandmitglieder haben acht verschiedene Meinungen und Vorstellungen, die es unter einen Hut zu bringen gilt. Und die soll Spaß machen, denn das ist, allen Träumen und Ambitionen zum Trotz, immer noch der Hauptgrund, warum die acht Rewolfinger zusammen Musik machen. Die Wünsche an die mittelfristige Entwicklung der Musikerkarriere sind bescheiden.

Download-Tipp
Ö1 Club-Mitglieder können die Sendung nach Ende der Live-Ausstrahlung im Download-Bereich herunterladen.

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Rewolfinger