Leben und lieben im Alter

Liebe Schwester

Renate Welsh ist als Jugendbuchautorin bekannt. Diesmal schreibt sie für Erwachsene: Welshs neues Buch hat die Erlebnisse zweier alter, schrulliger Damen zum Inhalt: Vergangenheitsbewältigung steht neuen Wünschen und Gefühlen gegenüber.

Renate Welsh im Gespräch mit Peter Zimmermann

Sefa und Karla, zwei Schwestern, beide verwitwet, leben seit Jahren gemeinsam in der ehemaligen elterlichen Wohnung in Wien. Ihre Beziehung ist liebevoll bis bissig - wie mit zunehmendem Alter und unterschiedlichen Charakteren nicht anders zu erwarten. Klar, dass sie sich gelegentlich auf die Nerven gehen, wirft doch jede der anderen vor, herrschsüchtig und rechthaberisch zu sein.

Während Karla mit ihren geschwollenen Beinen Fotos sortiert und in Anagrammen zu sprechen liebt, versucht Sefa den Haushalt und die Einkäufe zu erledigen. Gelegentlich gehen auch beide zum Friedhof, um die Gräber der Eltern und Ehemänner zu versorgen.

Bewegung ins Leben

Eines Tages erinnert sich die in Amerika lebende Enkelin von Karla ihrer österreichischen Wurzeln und beginnt, Fragen zu stellen. So kommt Bewegung in das Leben der beiden Frauen.

Nicht immer stimmen ihre Erinnerungen überein, und es kommt zum Streit. Doch je tiefer sie eintauchen in die Vergangenheit, um so unwichtiger werden die kleinen Beschwerden des Alltags und um so lebendiger wird die Gegenwart. Diesem Umstand verdanken die beiden Damen die Bekanntschaft eines älteren Herrn, der unerwartete Gefühle weckt ...

Buch-Tipp
Renate Welsh, "Liebe Schwester", dtv, ISBN 3423243767