Christiane Karg, Sopranistin

Durch den Vater, einen Opern-Fan, kam sie zur Musik: Sopranistin Christiane Karg, Jahrgang 1980, die in Kürze ihr Gesangsstudium an der Mozarteum-Uni Salzburg beenden wird. Am 29. Juli hat sie Premiere in der Mozart-Opern-Produktion des Marionettentheaters.

Ch. Karg singt W. A. Mozart, J. Lang, M. Ravel

"In meiner Familie - ich habe noch zwei Schwestern - wurde viel musiziert. Es wurde uns die Möglichkeit geboten und ich habe Klavier und Blockflöte gelernt. Später habe ich dann auch im Kinder- und Jugendchor gesungen. Mein Vater ist ein ganz großer Opernfan und hat uns oft in die Oper mitgenommen. Aber nur ich habe mich wirklich für Musik interessiert. Im Klavierspiel war ich weniger gut, bei der Blockflöte sehr, da bekam ich bei einem Wettbewerb den zweiten Preis.

Damals meinte jemand aus meiner Umgebung, ich sollte doch singen. Mit 14 bekam ich dann ersten Gesangsunterricht an der Berufsfachschule für Musik", erzählt Christiane Karg, die aus Feuchtwangen in Bayern stammt, Jahrgang 1980, seit Herbst 2000 an der Universität Mozarteum Salzburg bei Heiner Hopfner Gesang studiert und im Jänner 2008 abschließen wird.

Im Jahr 2003 machte die Nachwuchssängerin ihr Bakkalaureat mit Auszeichnung, studierte Liedgesang bei Wolfgang Holzmair, womit sie im Mai 2007 abschloss, und besuchte die Opernklasse. Dazwischen absolvierte sie im Rahmen des Erasmus-Stipendiums ein Auslandssemester in Verona, bei dem sie vor allem italienisches Repertoire erarbeitete.

Ihr Magister-Studium Oper-Musiktheater schloss sie im März 2006 mit Auszeichnung ab. Und wurde dafür im Dezember 2006 mit der Lilli-Lehmann-Medaille der Stiftung Mozarteum ausgezeichnet.

Salzburg als glückliche Fügung

"Nach der Matura hatte ich Angst, nirgends aufgenommen zu werden. Ich habe daher in Freiburg, in Nürnberg, München und Salzburg vorgesungen. An einem Tag sang ich damals am Vormittag in München und am Nachmittag in Salzburg vor - das war mein bestes Vorsingen und ich wurde an der Mozarteum-Uni aufgenommen. Zu Salzburg habe ich eine besondere Beziehung, denn ich war mit meinem Vater oft bei den Festspielen", berichtet Karg über ihre Wahl des Studienortes.

Karriere mit Oper, Interesse für Lied

"Geld verdienen kann man nur in der Oper, Lied daher leider nur nebenbei machen. Wie viele professionelle Liedsänger wie Thomas Quasthoff oder Christine Schäfer gibt es denn heute? Ich denke, die Karriere muss man im Opernbereich machen. Das Lied ist wichtig, weil man an den Details feilt. Diese Zeit hat man im Opernbetrieb aber nicht. Ich möchte unbedingt mit dem Liedgesang weitermachen. Im vergangenen Frühjahr habe ich in Heidelberg einen Liederabend gegeben. Aber das kostet eben sehr viel Arbeit", stellt die junge Sängerin fest.

Umfangreiche Konzert-Erfahrung

Als Solistin kann Christiane Karg auf ein breites Konzert-Repertoire verweisen: so sang sie unter anderem in Bachs Weihnachtsoratorium, in Pergolesis "Stabat Mater", in verschiedenen Mozart-Messen sowie dem Requiem mit dem Orfeo-Barockorchester, in Mendelssohns Psalmkantate "Wie der Hirsch schreit" sowie in Charpentiers "Te Deum". Mit Händels "Messiah" gastierte sie in Brasilien und Spanien mit dem Orchester des Schleswig-Holstein-Musikfestivals.

"Händel ist für mich sowohl im Opern- wie im Konzertbereich sehr wichtig. Mendelssohn liegt mir sehr am Herzen, natürlich auch Mozart. 2008 werde ich zwei große Konzerte geben, darunter mit Mendelssohns Psalmkantate in Bamberg", so Karg.

Vielfältige Bühnen-Praxis

Im Rahmen ihres Studiums konnte Karg auch vielfältige Bühnen-Erfahrungen sammeln, wie unter anderem als Flavia in "Giunio Bruto", als Gianetta in Donizettis "Liebestrank", als Gretchen in Lortzings "Wildschütz", als Gretel in Humperdincks "Hänsel und Gretel", als Fiordiligi in Mozarts "Cosi fan tutte" sowie als Erste Dame in der "Zauberflöte". Als Gast sang sie 2004/05 die Partie der Vitellia in Mozarts "La Clemenza die Tito", einer Produktion der Musik-Uni Dresden. Und im Vorjahr sprang sie am Salzburger Landestheater als Erste Dame in der "Zauberflöte" ein.

"Da die Erstbesetzung am Landestheater erkrankt war, musste ich als Erste Dame in der 'Zauberflöte' einspringen. Das war ein Sprung ins kalte Wasser, aber es ist gut gegangen", resümiert die Nachwuchssängerin.

Großer Erfolg im Mozartjahr

Mit großem Erfolg sang Karg im Sommer 2006 im Rahmen des Jubiläumsjahres die Mozart-Partien Melia in "Apollo und Hyazinth" sowie jene des Weltgeistes in der "Schuldigkeit des Ersten Gebots". Diese Festspiel-Produktion, eine Kooperation mit dem Mozarteum, fand im Rahmen des Mozartjahres statt.

In Mozart-Produktion des Marionettentheaters Salzburg

In diesem Sommer ist Christiane Karg als Madame Silberklang in Mozarts "Schauspieldirektor" sowie als Bastienne in "Bastien und Bastienne", einer Koproduktion mit den Salzburger Festspielen, die am Samstag, 28. Juli 2007, Premiere hat zu hören.

"Mit diesen beiden Partien hatte ich einen großen Erfolg und so wurde ich gefragt, ob ich bei dieser Produktion mitmachen möchte. Zunächst konnte ich mir gar nicht vorstellen, wie die Inszenierung mit Puppen und Sängern aussehen soll. So wie Regisseur Thomas Reichert es inszeniert, ist es ein Spiel zwischen uns und den Marionetten, denen wir unsere Stimme leihen. In dieser Fassung sind wir auch zu sehen", erzählt die Sopranistin kurz vor der Premiere.

Seit Jänner 2007 im Hamburger Opernstudio

Und seit Beginn 2007 ist die erfolgreiche Sopranistin nun Mitglied des Internationalen Opernstudios der Hamburgischen Staatsoper, eine Folge ihres Einspringens als Erste Dame in Salzburg. In der kommenden Saison wird sie unter anderem die Karolka in "Jenufa", Papagena in der "Zauberflöte", den Hirt im "Tannhäuser" sowie das Taumännchen in "Hänsel und Gretel" singen.

"Da ich eine Schwangerschaftsvertretung mache, bin ich um ein halbes Jahr länger im Opernstudio. An sich bin ich für zwei Jahre engagiert. Simone Young, die Chefin der Hamburger Staatsoper, gibt uns auch Einzelstunden", berichtet Karg.

Als freischaffende Sängerin leben

Nach den Salzburger Aufführungen wird die junge Sängerin, die Meisterkurse bei so bedeutenden Künstlern wie Grace Bumbry, Robert Holl, Mirella Freni, Marianna Lipovsek und Ann Murray absolvierte, einen Kurzurlaub machen und sich dann auf die Saison in Hamburg vorbereiten.

Wie ihre beruflichen Zukunftswünsche lauten? "Ich möchte als freischaffende Sängerin leben können und jene Produktionen machen, die mich wirklich interessieren. In Salzburg will ich solange wie möglich bleiben, weil hier meine Freunde sind und es angenehm ruhig ist. Im Moment ist es optimal für mich", so Christiane Karg.

Kontakt
Christiane Karg

Veranstaltungs-Tipp
"Der Schauspieldirektor & Bastien und Bastienne", von Wolfgang Amadeus Mozart, Salzburger Marionettentheater, Junge Philharmonie Salzburg, Musikalische Leitung: Elisabeth Fuchs, Regie: Thomas Reichert, mit Bernhard Berchthold, Ina Schlingensiepen, Christiane Karg, Radu Cojacariu, Alfred Kleinheinz, Puppenspieler des Salzburger Marionettentheaters, Premiere: Sonntag, 29. Juli 2007, 15:00 Uhr, weitere Vorstellungen: 3. August (19:30 Uhr), 4. August(15:00 Uhr), 11. August (19:30 Uhr), 12. August (15:00 Uhr), 17. August (19:30 Uhr), 18. August (19:30 Uhr), 19. August (15:00 Uhr), 24. August (19:30 Uhr) und 25. August 2007 (19:30 Uhr).

Links
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