Virginia Woolf, 1932

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Tonspuren

Auf den Spuren von Virginia Woolf

1929 formuliert die britische Autorin Virginia Woolf die Bedingungen literarischer Arbeit: Zeit, Geld und einen eigenen Raum, an dessen Tür niemand anklopft - Voraussetzungen, die Frauen lange systematisch verwehrt blieben. Knapp hundert Jahre später gilt Virginia Woolfs Essay "Ein Zimmer für sich allein" als feministischer Klassiker, nicht zuletzt, weil er sich noch immer schmerzhaft gegenwärtig liest.

Dieses "Tonspuren"-Feature beleuchtet Woolfs Text aus heutiger Perspektive: Welche Räume braucht es 2026, um schreiben zu können - neben Care-Arbeit, Existenzsicherung und künstlerischem Anspruch? Und wo hinterlässt Woolf Lücken: wessen Erfahrungen bleiben unerwähnt, wessen Zugänge bleiben versperrt?

Vier Autorinnen geben Antworten, die mitten im Alltag und gleichzeitig politisch sind: Doris Knecht spricht über literarische Abwertung, Mutterschaft und das neue Strukturieren von Zeit. Birgit Birnbacher verschiebt den Fokus auf innere Räume, Disziplin und Privilegien - und darauf, wie sehr die Frage nach "Ruhe" bis heute politisch bleibt. Olga Grjasnowa denkt Woolfs Bedingungen vom institutionellen Zugang her weiter: Bibliotheken als egalitäre Orte, als Eintritt in Literatur und als Räume, die gerade wieder unter Druck geraten. Eva Reisinger stellt die Frage nach Intersektionalität und danach, wer im Feminismus und in der Literatur überhaupt mitgemeint ist.

Das Feature "Die Räume, die wir brauchen" folgt Virginia Woolf zurück an den Campus von Cambridge, in den Hörsaal von 1928 und zugleich mitten hinein in die Gegenwart: dorthin, wo Schreiben möglich wird, weil Raum da ist. Und wo dieser Raum immer wieder neu verteidigt werden muss.

"Die Räume, die wir brauchen"
Autorinnen auf den Spuren von Virginia Woolf
Feature von Juliane Lehmayer

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