Alexander Meile, Schauspieler

In der Schule wurde seine Theater-Leidenschaft geweckt: Alexander Meile, Jahrgang 1983, der nun sein Schauspiel-Studium am Reinhardt Seminar beendet. Seine Abschluss-Premiere am Seminar hatte er mit Hofmannsthals "Gerettetem Venedig" am 6. Mai 2009.

Aus: "So zärtlich war Suleyken" von Siegfried Lenz

"Ich habe eine Waldorf-Schule besucht - und da kommt man mit dem Theater in Berührung. In der zwölften Klasse führten wir Zuckmayers 'Gesang im Feuerofen' auf, in dem ich den Louis Crevaux spielte. Das Stück hinterließ großen Eindruck bei mir und ich konnte mich so in die Rolle hineinleben. Daraus entstand auch mein Wunsch, Schauspieler zu werden. Davor hatte ich gar nicht soviel Berührung mit dem Theater.

Später gab mir unsere Theaterleiterin einen Flyer von 'TheaterTotal' in Bochum. Und nach meinem Zivildienst machte ich bei diesem umfassenden Projekt, bei dem man in neun Monaten alle Bereiches des Theaters kennen lernt, mit", erzählt Alexander Julian Meile, der aus Dachau in Deutschland stammt, Jahrgang 1983, und seit Oktober 2005 am Reinhard Seminar in Wien Schauspiel studiert.

Derzeit studiert er bei Roland Koch (Rollenlehrer), Hubertus Petroll (Sprechlehrer) und Markus Kupferblum (Körperunterricht) und wird sein Schauspiel-Studium im Juni 2009 abschließen.

Nach Wien kam der Nachwuchs-Schauspieler durch eine ehemalige Kollegin von "TheaterTotal": "Sie war bereits ein Jahr vor mir am Seminar – und das war ein Anknüpfungspunkt. Ich genieße die Freiheit, die einem das Seminar lässt. Man kann sich in Ruhe entwickeln und wird in keine Schablobe gepresst", so Meile, der wird.

Nach diesem Theater-Projekt begann Meile 2004 ein Musik-Studium und General Studies an der Universität Greifswald. In dieser Zeit war er auch beim Uni-Sender "radio 98.1" freiberuflich tätig: "Ich habe eine eigene Late Night Talk Show kreiert und sie live moderiert. Weiters war ich als Groupleader Migration beim Internationalen Studentenfestival Greifswald tätig."

In andere Denkweisen hineinversetzen

"Es ist die Möglichkeit, mehrere Leben zu leben, mich in andere Denkweisen hineinzuversetzen - und natürlich die Lust am Spielen", beschreibt Meile seinen Zugang zum Schauspiel.

Affinität zu Bösewicht-Charakteren

"Generell faszinieren mich die Bösewichte mehr als die Helden. Es ist mir wichtig, den Zuschauer für diese Charaktere zu gewinnen, ihnen die Logik solcher Figuren wie Franz Moor oder Jago nahe zu bringen", so der Jungschauspieler.

In Premiere von "Gerettetem Venedig" am 6. Mai 2009

Am 6. Mai 2009 war Alexander Meile in der Premiere von Hofmannsthals "Das gerettete Venedig", seiner letzten Produktion am Reinhardt Seminar, in der Regie von Philipp Hauß im Schönbrunner Schlosstheater zu sehen. Weitere Vorstellungen fanden am 7., 12. und 14. Mai 2009 statt.

Ab Herbst am Landestheater Vorarlberg engagiert

Und ab Herbst wird Meile dem Ensemble des Landestheaters Vorarlberg in Bregenz angehören.

Sackbauer-Sohn in Kinofilm "Echte Wiener"

Im Vorjahr wurde er durch ein erfolgreiches Casting für Kurt Ockermüllers Kinofilm "Echte Wiener", für den "Mundl"-Erfinder Ernst Hinterberger das Drehbuch schrieb, engagiert.

"Ich spiele darin Olaf, den unehelichen Sohn von 'Mundls' Tochter Hanni, die nach Hamburg ging. Es war eine ganz tolle Chance für mich und ich konnte von den großartigen Kollegen sehr viel lernen", erzählt Alexander Meile begeistert von seiner ersten großen Filmrolle. Der Film hatte Ende Dezember 2008 seinen Kino-Start.

Von Nestroy bis Shepard

Theater-Praxis konnte der Nachwuchs-Schauspieler bereits seit 1996 sammeln, als er noch in der Waldorf-Schule als Hutzibutz in Nestroys "Haus der Temperamente" erstmals auf der Bühne stand.

"Eine der prägendsten Rollen, die ich im Rahmen von 'TheaterTotal' 45 Mal gespielt habe, war für mich der Lopachin in Tschechows 'Kirschgarten'. Da habe ich alle Höhen und Tiefen des Schauspielens erlebt", resümert Alexander Meile.

Im Rahmen seiner Seminar-Ausbildung sammelte er wichtige Erfahrungen mit dem Eddie in Shepards "Fool for Love" sowie mit dem Orsino in Shakespeares "Was ihr wollt":

"Diese offensive und rücksichtslose Haltung Eddies an das Leben hat mich sehr bereichert. Und bei dieser Produktion habe ich gelernt, mit einem Partner zusammenzuspielen. Beim Orsino habe ich diese schöne Kunstsprache genossen, die einem so viele Möglichkeiten bietet."

Seminar-Gastspiel am Theater Dortmund

Und im Rahmen von "scene: österreich in nrw - 39. internationale kulturtage der stadt dortmund 2008" war Alexander Meile im Rahmen des Reinhardt-Seminar-Gastspiels als Herzog Orsino in Shakespeares "Was ihr wollt" am 31. Mai 2008 in Dortmund zu sehen.

Künstlerische Vielseitigkeit leben

Wie lauten die Zukunftswünsche des jungen Schauspielers?

"Ich wünsche mir ein Fixengagement an einem kleineren bis mittleren Haus, wo man als junger Schauspieler mehr Möglichkeiten hat. Aber ich möchte vielseitig bleiben - auch für das Radio arbeiten, oder einen Liederabend machen. Ich bin ja nicht zuletzt deshalb Schauspieler geworden, weil dieser Beruf so viele Freiheiten bietet. Und einmal eine große Filmrolle spielen zu dürfen - das wäre ein Traum", so Alexander Meile.

Die Ö1 Talentebörse ist ein Kunstförderprojekt mit Unterstützung der Bank Austria

Mehr zu Aufführungen, Lesung und Filmarbeit von Alexander Meile in oe1.ORF.at

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