Computer und Auge - keine natürliche Beziehung

Trockenes Auge

Ob am Arbeitsplatz oder in der Freizeit, ob jung ob alt, kaum jemand ist in der heutigen Zeit kein Internet-User. Das bedingt, dass Menschen einen erheblichen Teil ihres Lebens vor dem Bildschirm verbringen und damit ihre Augen schwer belasten.

Die Arbeit am Bildschirm erzeugt eine unnatürliche Sinneswahrnehmung. Haustiere haben zum Beispiel kein Interesse daran, das Geschehen am Computer oder im Fernseher zu verfolgen. Einzig der Mensch starrt fasziniert auf flimmernde Bildschirme.

Ihre von rückwärts beleuchten Schirme und das reduzierte Farbspektrum strapazieren jedoch unsere Augen. Damit verbunden sind nahezu unerfüllbare Anforderungen an das Sehpurpur Rhodopsin, das wir benötigen, um Farbe überhaupt sehen zu können. Eingeschränkte Blickbewegungen, reduzierte Blinkfrequenz und schlechte Körperhaltung unterstützen darüber hinaus Symptome wie brennende, trockene, müde und geschwollene Augen.

Das "trockene Auge"

Das trockene Auge ist in den vergangenen Jahren zu einer richtigen Volkskrankheit geworden. Menschen jeden Alters und jeder Berufssparte sind davon betroffen. Die richtige Bezeichnung für das trockene Auge lautet eigentlich "Benetzungsstörung der Augenoberfläche". Dabei ist der schützende Tränenfilm "aufgerissen". Die empfindliche Augenoberfläche ist dem direkten Kontakt mit der Umgebungsluft ausgesetzt - Hornhaut und Bindehaut trocknen aus.

Die Augen sind rot, brennen und jucken und es kommt zu einem Fremdkörpergefühl in den Augen. Der Grund für das Trockene Auge kann einerseits mit der Tränenflüssigkeit zu tun haben. Das heißt, es wird entweder zu wenig produziert oder ihre Zusammensetzung ist verändert. Andererseits können verminderte Lidschläge, Lidveränderungen oder Erkrankungen der Bindehaut das trockene Auge verursachen.

Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer möglicher Ursachen, wie Virusinfektionen, hormonelle Fehlregulationen, Schilddrüsen-Störungen etc., die von dem Augenarzt abgeklärt werden müssen. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung. Flüssige Tränenersatzmittel oder solche in Gelform und Vitamin A-Salben werden häufig eingesetzt.

Die allergische Bindehautentzündung

Das Kind klagt über Jucken der Augen, die Eltern sind über das unentwegte Zwinkern des Kindes besorgt, der Hausarzt wundert sich über die ständig wiederauftretenden eitrigen Bindehautentzündungen. Trifft all dies zu, leidet ihr Kind wahrscheinlich an einer allergisch bedingten chronischen Bindehautentzündung.

Unbehandelt führt diese zunächst zu Einlagerungen am Hornhautrand, die in weiterer Folge auch die Hornhaut schädigen. Bei Erwachsenen gehen allergische Bindehautentzündungen meist mit dem Kardinalsymptom einher, nämlich dem lästigen Jucken beider Augen - bzw. Lidränder.

Bei Kindern sind die Symptome nicht immer so eindeutig, bzw. werden diese nicht richtig interpretiert. Und es kommt eben häufig zu eitrigen Entzündungen, die mit Antibiotika-Salben zwar verschwinden - nur die zu Grunde liegende allergische Ursache bleibt unerkannt.

Daher ist eine genaue Abklärung beim Augenarzt dringend erforderlich. Die Therapie besteht meist in der Gabe von Mastzellengranulations-Hemmern, Anti-Histaminika und ev. entzündungshemmenden Tropfen für den Akutfall. Allergische Konjunktivitiden sind übrigens immer beidseitig.

Fehlsichtigkeit und Augenkorrektur

Wer bei seiner Arbeit am Computer nicht darauf achtet, seine Augen auch hin und wieder zu entlasten, riskiert Kurzsichtigkeit. Denn die Arbeit am Computer zwingt die Augen, den Blick auf einen engen Bereich zu fokussieren. Diese Einengung führt zu einer Verkrampfung der Augenmuskeln, auch als Akkomodations-Krampf bezeichnet.

Auf Dauer kann das zu einer Kurzsichtigkeit führen, in schlimmeren Fällen sogar zu degenerativen Erscheinungen der Netzhaut beitragen. In beiden Fällen ist es unerlässlich eine Augenärztin oder einen Augenarzt aufzusuchen. Eine diagnostizierte Fehlsichtigkeit kann dann mit einer Brille oder Kontaktlinsen korrigiert werden. Zudem informieren Augenärztinnen und Augenärzte über Vor- und Nachteile beider Varianten in Bezug auf Bildschirmarbeit.

Diskutieren Sie mit!

Wenn Sie Fragen zum Thema haben, dann rufen Sie während der Sendung unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 22 6979 an, oder posten Sie hier.

  • Tragen sie eine Brille oder Kontaktlinsen?
  • Haben sie Augenbeschwerden, wenn Sie am Computer arbeiten?
  • Welcher Natur sind diese Beschwerden: Augenbrennen, jucken etc.?
  • Was tun Sie dagegen? Salben, Tropfen, Augenübungen?
  • Welche Diagnose hat ihr Haus- bzw. Augenarzt gestellt?
Offen gebliebene Fragen werden nach der Sendung bis zirka 15:15 Uhr in unserem Online-Forum beantwortet.