Historischer gemeinsamer Ministerrat
Erdogan: "Griechen und Türken eine große Familie"
Die beiden ehemaligen Erzfeinde Griechenland und Türkei haben heute in Athen einen gemeinsamen Ministerrat abgehalten. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat seinem griechischen Amtskollegen Giorgos Papandreou Unterstützung in der Krise zugesagt. Beide Länder wollen Vorurteile abbauen, vor allem aber ihre Rüstungsausgaben senken.
8. April 2017, 21:58
Mittagsjournal, 13.05.2010
In Zukunft regelmäßige Regierungstreffen
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan ist zu einem zweitägigen Besuch in Griechenland eingetroffen, um mit seinem griechischen Kollegen Giorgos Papandreou den ersten der in Hinkunft regelmäßigen gemeinsamen Regierungsgipfel zu leiten.
Erdogan: "Türken und Griechen eine große Familie"
Erdogan wird von zehn Ministern begleitet. "Dieser Besuch ist von historischer Bedeutung für die türkisch-griechischen Beziehungen", sagte Erdogan. "Seit der Zeit von Karamanlis sind wir wie eine große Familie, jetzt wird eine "neue Ära" in den Beziehungen beider Länder eingeläutet. Dieser Besuch ist von historischer Bedeutung für die türkisch-griechischen Beziehungen. Wir wollen Griechenland unsere Solidarität zeigen, obwohl es bereits oft treffen gegeben hat."
Schulbücher von Vorurteilen bereinigen
Der Besuch hat einen versöhnlichen und auch symbolischen Charakter. 21 bilateralen Abkommen sollen unterzeichnet werden, so sollen zum Beispiel die Schulbücher in beiden Ländern umgeschrieben werden. Die jeweiligen Passagen angesichts der Geschichtlichen Rivalität sollen entfernt werden. In türkischen Lehrbüchern erscheint Griechenland immer noch als Gefahr für Zypern und für das türkische Staatsgebiet selbst. Bei den Griechen wird die Türkei ebenfalls als Bedrohungen beschrieben.
Beide Länder wollen Rüstungsausgaben senken
Aber es geht auch um Wirtschaft und um militärische Fragen:
Da sind die Verhandlungen nicht einfach. Das Wettrüsten mit der Türkei ist mitschuld an der griechischen Schuldenkrise. Man möchte zwar zu einer Lösung kommen doch für den griechischen Außenminister Dimitris Drousas ist es nicht so einfach: "Die Verminderung der Rüstungsausgaben waren von Anfang an unser Ziel in der Politik mit der Türkei. Der Weg dorthin ist lang." Es geht auch darum den stolz der beiden Länder nicht zu verletzten.
Türkei: "Teil der islamischen Welt und Europas"
Der türkische Außenminister Achmet Davutoglu unterstreicht die Bedeutung der Türkei in der Region. Ein global Player, der mit den islamischen Ländern verhandeln kann, aber auch mit der EU, weil die Türkei ein Teil Europas ist. "Ich kann als Europäer auch hier Kritik üben, weil wir sind Teil der europäischen Geschichte und Teil dieses Kontinents."
Viele und regelmäßige Treffen
Die Treffen sollen heute Abend bei einer feierlichen Sitzung der Ministerräte institutionalisiert werden. Der sogenannte türkisch-griechische höchste Kooperationsrat soll künftig regelmäßig tagen. Die Ministerpräsidenten wollen sich einmal im Jahr und ihre Außenminister zweimal jährlich treffen.
