Philipp Scheucher, Klavier

Mit fünf bekam er ersten Klavier-Unterricht: Philipp Scheucher, Jahrgang 1993, der außerordentlicher Student an der Grazer Kunst-Uni ist. Am 11. Oktober debütierte das Ausnahmetalent, das bereits zahlreich ausgezeichnet wurde, im Stephaniensaal Graz. "Intrada" widmete dem Jungpianisten ein Porträt.

Philipp Scheucher spielt aus Werken von Beethoven, Chopin, Prokofjew und Berio.

L. v. Beethoven: Sonate op. 10/3; F. Chopin: Scherzo op. 20, H-Moll; S. Prokofjew: Klavierstücke op. 4/4, "suggestion diabolique"; L. Berio: "Leaf" aus "6 ancores" (Ausschnitte).

"Als ich etwa vier einhalb Jahre alt war kaufte mein Vater ein ganz kleines Keyboard. Und darauf habe ich gespielt und es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Später kam das nächst größere wurde Keyboard, auf dem spielte ich dann bereits in der Musikschule.

Schließlich kaufte mein Vater ein Pianino, und später schließlich einen Flügel. Und heute bin ich stolzer Besitzer eines Flügels, auf dem ich nun täglich übe", berichtet Philipp Scheucher, gebürtiger Grazer, Jahrgang 1993, über seine Anfänge.

Seit Herbst 2008 ist Scheucher, der derzeit die Maturaklasse des BG/BRG Weiz besucht, außerordentlicher Student bei Markus Schirmer an der Kunst-Universität Graz.

Mit dem Vollstudium wird er nach seiner Matura im Herbst 2011 beginnen.

Davor hatte der junge Pianist den Vorbereitungslehrgang bei Maria Zgubic an der Musik-Universität Graz besucht.

Umfangreiche Literatur

"Das Klavier bietet enorm viele Möglichkeiten. Und die Literatur ist so umfangreich, daher kann man soviel Neues entdecken. Denn es gibt kaum einen Komponisten, der nicht für das Klavier geschrieben hat", erläutert Scheucher, der eine besondere Affinität zu Beethoven und Liszt hat.

Konzert-Praxis seit 2006

Seit vier Jahren konnte Philipp Scheucher bereits einige Konzert-Praxis sammeln: So konzertierte er seither im In- und Ausland, trat unter anderem Schloss Esterházy, mit den Grazer Philharmonikern in der Grazer Oper, in der in der Budapester Liszt-Galerie, im Schloss Tegernsee sowie in der Philharmonie im Münchner Gasteig auf.

Zu einem ganz wichtigen Erlebnis wurde für den jungen Pianisten ein Konzert, bei dem er 2006 im Wiener Musikverein mitwirkte: "Es war 'Schubert für Kinder' und ich durfte mit meinem heutigen Lehrer Markus Schirmer spielen. Wir haben damals unter anderem Schuberts 'Militärmarsch' vorgetragen. Das war für mich als 12-jähriger natürlich sehr aufregend."

Debüt im Stephaniensaal am 11. Oktober

Und vor kurzem hatte Philipp Scheucher ein wichtiges Debüt: am 11. Oktober war er in der Konzert-Reihe "Wiener Klassiker" mit dem Großen Orchester Graz "Recreation" unter Leitung von Michael Hofstetter im Grazer Stephaniensaal mit Mozart zu hören:

"Das war eine tolle Chance für mich. Ich habe bei diesem Debüt Mozarts Klavierkonzert Nr. 9 'Jeunehomme/Jenamy' gespielt. Es war eine wichtige Zusammenarbeit mit dem Orchester und Maestro Hofstetter", berichtet der glückliche Jungpianist.

Das Konzert wurde am 12. Oktober im Stephaniensaal wiederholt und war am 17. Oktober 2010 im ORF-Radio Steiermark zu hören.

Gewinner zahlreicher 1. Preise

Seit 2004 hat Scheucher bei nationalen wie internationalen Wettbewerben bereits zahlreiche 1. Preise erhalten. Darunter bei den Landes- und Bundesbewerben von "Prima La musica" (2004 in Wien, 2006 in Eisenstadt, 2008 in Innsbruck), beim Internationalen Mozart-Wettbewerb in Brünn in Tschechien (2003) und beim Wettbewerb "Klavierpodium München" wurde er gar mit insgesamt elf Preisen ausgezeichnet (2008).

Auch heuer kann der begeisterte Pianist bereits auf weitere Erfolge hinweisen: "Im Mai dieses Jahres erhielt ich den 1. Preis und wurde Absolutsieger des 'Zlatko Grgošević'-Wettbewerbs' in Zagreb. Und im Juli habe ich den 'Ricard Vines'-Bewerb in Lleida in Spanien gewonnen."

Internationale Karriere als Ziel

Derzeit bereitet sich der junge Pianist vor allem auf seine Grazer Konzerte vor und erarbeitet neues Repertoire.

Wie lauten seine Zukunftswünsche? "Nie die Freude an der Musik zu verlieren. Und es zu schaffen, eine internationale Karriere zu machen und mit wichtigen Orchestern konzertieren zu dürfen", so Philipp Scheucher.