Anhaltezentrum wird ausgebaut

Asyl: Mehr Familienunterkünfte

Am 1. Juli treten in Österreich die neuen Fremdengesetze in Kraft, und rechtzeitig vor diesem Stichtag baut das Innenministerium deshalb die umstrittene Familienunterkunft für Asylwerber in Wien-Simmering aus. 16 zusätzliche Wohneinheiten werden geschaffen.

Mittagsjournal, 02.04.2011

Barbara Gansfuß hat sich die Familienunterkunft angesehen

Mehr Freiheit im Erdgeschoß

Die Unterkunft ist für Asylwerber gedacht, auf die das "gelindere Mittel" angewandt wird - also für jene, die nicht in Schubhaft kommen, sondern die sich frei bewegen können. Seit Jänner waren 78 Menschen in dem Anhaltezentrum in der Simmeringer Zinnergasse untergebracht, erklärt Josef Zinsberger, der Leiter des Hauses, das derzeit allerdings leer steht. Nun werden neue Räume umgebaut. Im Erdgeschoß und im ersten Stock werden derzeit 16 Wohneinheiten renoviert. Wer in diesen Wohnungen wohnt, soll auch mehr Freizeitmöglichkeiten bekommen, sagt Albert Grasel vom Innenministerium. Am Garten muss noch gearbeitet werden.

Bewachung weiter oben

Im zweiten und dritten Stock liegen die zwölf Familienwohnungen. Wer dort untergebracht ist, bleibt höchstens 24 bis 48 Stunden. Denn deren Abschiebung steht unmittelbar bevor, sagt Josef Zinsberger. Die Wohnungen sind etwa 60 Quadratmeter groß - mit zwei Wohnräumen, Kochmöglichkeit, Dusche und Abstellraum. Hier sieht es mit Bewegungsfreiheit schlecht aus. Wer hier wohnt, wird von Beamten in Zivil bewacht.

Kritik der Caritas

Am 1. Juli sollen die neuen Wohneinheiten fertig sein. Die Kritik an dem Projekt ist allerdings nicht verstummt. Dass gerade das ehemalige "Kardinal-König-Haus" jetzt ein Anhaltezentrum für Asylwerber ist, findet etwa die Caritas Wien geschmacklos und unangemessen.