Sozialkritisches Theater

Rückblicke auf ein reiches Theaterleben bietet im Juni der Wiener Kulturverein Aktionsradius Augarten. Der Regisseur, Schauspieler, Theaterleiter und Schriftsteller Conny Hannes Meyer wird dort zu seinem 80. Geburtstag mit einer Personale geehrt. Am Dienstag, 7. Juni 2011, wird sie mit der Ausstellung "Ein Fest für Conny Hannes Meyer" eröffnet.

Gezeigt werden Theaterplakate und Programmhefte jener Inszenierungen, mit welchen "CHM" der Wiener Theaterlandschaft der 1960er und 70er Jahre ein sozialkritisches Gesicht gab.

Das Ende des Brecht-Boykotts eingeleitet

Begonnen hat alles im besetzten Wien des Jahres 1958, erinnert sich Conny Hannes Meyer. Mit seinem Ensemble "Die Komödianten" machte Conny Hannes Meyer durch gewagte Inszenierungen auf sich aufmerksam. Neben eigenen Dramen wie "Hamlet in Mauthausen" brachte er Bearbeitungen moderner und zeitgenössischer Texte auf die Bühne - so etwa die Uraufführung von Georg Trakls Fragment "Blaubart - ein Puppenspiel".

In die Theatergeschichte ging er aber nicht nur als Entdecker nonkonformistischer Bühnenautoren ein, sondern auch als einer jener Theaterleiter, die dem von Hans Weigel und Friedrich Torberg initiierten "Brecht-Boykott" ein Ende bereiteten. Einen Vortrag zu diesem Thema hält Kurt Palm am Dienstag, den 14. Juni im Aktionsradius Augarten.

Der Lyriker

Der geistigen und kulturellen Hinterlassenschaft der Kriegsgeneration widmete sich Conny Hannes Meyer, der als (halbjüdisches) Kind rassischen Verfolgungen ausgesetzt war, auch in seinem lyrischen Werk. Aus seinem Gedichtband "Den Mund von Schlehen bitter" sowie der Haiku-Sammlung "Abschied - siebzehnsilbig" wird bei der Ausstellungseröffnung gelesen werden.

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Wikipedia - Conny Hannes Meyer