Auch Börse Moskau trudelt

Von den Turbulenzen an den internationalen Börsen wird auch Russland erfasst: Die Moskauer Börse ist am Montag um fast acht Prozent abgestürzt. Und der russische Rubel rutscht sowohl gegenüber dem Dollar als auch gegenüber dem Euro deutlich an Wert.

Mittagsjournal, 09.08.2011

Rubel im Sinkflug

Es ist der größte Kurssturz seit der Wirtschaftskrise 2008, und ein Ende des Sinkfluges ist nicht abzusehen. Betroffen sind vor allem Rohstofffirmen wie Gasprom, Rosneft, aber auch andere Werte wie die Sberbank. Am auffallendsten ist aber eine andere Entwicklung: Nicht nur die Börsenwerte sinken, auch der russische Rubel fällt deutlich gegenüber Dollar und Euro, die in dieser Krise die eigentlichen Verlierer sein müssten. Allein gestern hat der Rubel drei Prozent abgelegt.

Öleinnahmen schrumpfen

Marktbeobachter sehen dafür zwei Gründe: Erstens den fallenden Preis für Öl und andere Rohstoffe, der Ölpreis ist inzwischen ja auf den niedrigsten Wert seit zwei Jahren gesunken. Für ein Land, dessen wichtigste Einnahmequelle der Export von Öl und Gas ist, ist das eine sehr schlechte Nachricht. Zweitens gelten Investitionen in Russland offenbar immer noch als riskant, und in Zeiten der Krise ziehen sich Investoren aus riskanten Märkten zurück.

Bewährte Strategie: Durchtauchen

Die Kursverluste in Russland sind übrigens stärker als in den anderen BRICS-Märkten, also den aufstrebenden Wirtschaftsmächten. Die russische Regierung befindet sich angesichts dieser Entwicklung auf Tauchstation, auch in den staatlich gelenkten Medien wird praktisch nicht über die Kursstürze berichtet. Die Führung versucht offenbar die gleiche Strategie wie bei der letzen Krise, die Russland deutlich stärker getroffen hat als andere Länder: Ignorieren und Durchtauchen.