Mister Wunderbar

Harald Serafin, seit über vier Jahrzehnten auf den Bühnen dieser Welt als Sänger und Schauspieler zu Hause, feiert am 24. Dezember seinen 80. Geburtstag. Auf seinem Programm dieses besonderen Tages stehen letzte Besorgungen für das Weihnachtsfest in der Stadt, Freunde treffen und ein besinnliches Essen mit der Familie.

Kultur aktuell, 24.12.2011

Den Humor von der Mutter, das Temperament vom Vater

Harald Serafin wurde am 24. Dezember 1931 in Litauen geboren. Seine Mutter stammt aus dem Salzburgerischen, von ihr hat er nach eigener Aussage seine lustige Art und das Talent, "Kundschaft aufzureißen". Vom Vater, einem Italiener, kommt das Temperament. Die Eltern flüchten 1939 zunächst von Litauen, ein paar Jahre später von Ostpreußen nach Bamberg. Geld wird von den Geschäftsleuten im eigenen Textilhaus erwirtschaftet. Ihr Sohn Harald soll Arzt werden.

Einige Semester studiert Serafin Medizin, überlegt immer wieder aufzuhören, wird jedes Semester krank. Irgendwann findet er den richtigen Zeitpunkt, "um gegen die Eltern zu protestieren. Es war ein ganz toller Moment meines Wachstums. Ich wurde ein Mann", so der Jubilar. Serafin geht an die Hochschule für Musik in Berlin und am Konservatorium in Nürnberg und lässt sich zum Opernsänger ausbilden.

Der Operetten-Intendant

Nach Engagements in der Schweiz und in Deutschland entdeckt ihn sein jetziger guter Freund Otto Schenk und engagiert ihn als "Eisenstein" in der "Fledermaus". Danach nimmt die Karriere seinen Lauf. Auftritte in zahlreichen Opernhäusern, in der Volksoper in Wien, am Theater an der Wien und Konzerte in den USA und in Japan folgen.

1989 ein Knick: Serafin muss sich einer Stimmbandoperation unterziehen, beschließt danach das Singen ad acta zu legen. 1992 übernimmt er eine bis dahin mäßig erfolgreiche Operetten-Bühne am Neusiedler See, die Intendanz der Seefestspiele Mörbisch und macht sie zum sogenannten "Mekka der Operette". Serafin krempelt alles um, lässt Bühne, Zuschauertribüne, Technik, Eingangsbereich um- und ausbauen und bringt von Jahr zu Jahr immer mehr Publikum in die nordburgenländische Gemeinde. Mittlerweile sind es bis zu 220.000 Besucher, die nach Mörbisch fahren.

Noch einmal Mörbisch

In der zweiten Staffel der ORF-Promi-Tanzshow "Dancing Stars" sitzt Serafin in der Jury und wird wegen seiner "Wunderbar"-Ausrufe in seinen Beurteilungen zum "Mister Wunderbar". Seither ist er auch bei der Jugend bekannt, sagt er.

Im kommenden Jahr verabschiedet sich Serafin mit seiner 20. Produktion als Mörbisch-Intendant. Mit der "Fledermaus" von Johann Strauß kehrt er einerseits zum Wendepunkt und Start seiner erfolgreichen Karriere zurück. Andererseits, so sagt er, ist dieses Werk "die Königin aller Operetten. Und da ich das nun zum Mekka der Operette gemacht habe, will ich es auch mit der Königin beenden."

Text: APA, Red., Audio: ORF

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