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Im Fokus - Religion und Ethik
Mitgefühl unerwünscht
Mit diesem Thema im Fokus: Eine Wertedebatte in den USA
11. März 2026, 16:05
"Selbstmörderisches Mitgefühl", Empathie als Waffe oder als Sünde - Begriffe wie diese ziehen in den USA immer weitere Kreise. Elon Musk und die Nationale Sicherheitsstrategie kündigen die zivilisatorische Auslöschung westlicher Gesellschaften an, wenn es mit Asyl und Zuwanderung so weitergehe. Mitgefühl sieht Musk als Schwäche.
"Empathie ja, aber nicht mit den Falschen", sagt eine weiße christliche Momfluencerin. Ein evangelikaler Pastor klagt über selbsternannte Opfer, die anderen ihre Emotionen aufdrängen, sodass die göttliche Wahrheit aus dem Blick gerät. Was ist aus Jesus' Gebot der Nächstenliebe geworden?
Kommentator:innen sprechen von einem regelrechten "Krieg gegen das Mitgefühl", der in den USA ausgebrochen sei. Zum nationalen Schlachtfeld geworden ist im Jänner 2026 die Stadt Minneapolis - rund um das brutale Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE.
Dass rein emotionale Einfühlung in die Irre führen kann, ist aus der psychologischen Forschung bekannt. Der aktuelle Kampf um Empathie aber ist gesellschaftspolitisch grundiert: Ein scheinbar universeller Wert ist zwischen die Fronten von "woke" und "anti-woke" geraten. Über die Hintergründe dieser Debatte berichtet Michaela Zehetner.
