Gregor Narnhofer, Klarinette

Durch die Wiener Philharmoniker entdeckte er die Klarinette: Gregor Narnhofer, Jahrgang 1983, der an der Konservatorium Wien Privatuni studiert. Ein gelungenes Probespiel brachte dem jungen Musiker, der zweifacher Preisträger des "Fidelio"-Wettbewerbs ist, eine Stelle in der ORFF-Akademie. "Intrada" widmete ihm ein Porträt.

Gregor Narnhofer spielt Werke von Strawinsky, Saint-Saens, Debussy und Cibulka (Ausschnitte).

I. Strawinsky: "Three Pieces for Clarinet Solo", 1.Satz; C. Saint-Saëns: Klarinettensonate opus 167, 2.Satz (Klavier: Eva Moizi); C. Debussy: "Première Rhapsody" für Klarinette und Klavier (Klavier: Eva Moizi; F. Cibulka: "Clariscuria" für Klarinette in B und elektronische Einspielung.

"Durch meinen Vater kam ich zunächst zur Blockflöte, die ich drei Jahre lernte. Danach fragte mich mein Vater, ob ich nun ein anderes Instrument lernen wolle. Damals sah ich die TV-Übertragung des Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker – und dabei fiel mir die Klarinette auf. Und so sagte ich zu meinem Vater: das ist mein Instrument, ich möchte Klarinette lernen. In der Folge erhielt ich dann meinen ersten Klarinette-Unterricht", berichtet Gregor Narnhofer, gebürtiger Grazer, Jahrgang 1983, über seine Anfänge.

Seit Herbst 2008 absolviert er Konzertfach Klarinette an der Konservatorium Wien Privatuniversität bei Matthias Schorn. Abschließen wird er sein Masterstudium im Sommer dieses Jahres.

Davor hatte Narnhofer seit 2002 bei Johann Hindler an der Wiener Musik-Universität studiert und seine 1. Diplomprüfung 2008 mit Auszeichnung bestanden. Ersten Unterricht erhielt er ab 1992 bei Johann Könighofer am Fux-Konservatorium des Landes Steiermark.

Ausgewählt für die Ö1 Talentebörse wurde Gregor Narnhofer von Professor Matthias Schorn aufgrund seiner Leistungen: er gewann jüngst nach einem erfolgreichen Probespiel einen Platz in der ORFF-Akademie des Münchner Rundfunkorchesters. Weiters ist er zweifacher Preisträger des "Fidelio"-Wettbewerbs (2009: Sparte Interpretation; 2011: Sparte Kreation).

Umfangreiche Konzert-Praxis

Seit 2005 konnte Gregor Narnhofer umfangreiche Konzert-Praxis sammeln: er war Mitglied des "European Union Youth Orchestra" sowie des Wiener Jeunesse Orchesters, spielte im Grazer "recreation"-Orchester, bei den NÖ Tonkünstlern sowie beim Mozarteumorchester Salzburg.

Seit 2006 ist er Substitut im Wiener Staatsopern-Orchester sowie bei den Wiener Philharmonikern: "Ich durfte bisher mit so prominenten Dirigenten wie Valery Gergiev die Vierte Schostakowitsch, die viele Solo-Stellen enthält, spielen. Weiters mit Seiji Ozawa bei Brittens 'War Requiem', sowie mit Geoges Pretre in der Ersten Mahler."

Zeitverträge in Innsbruck und Klagenfurt

Und der ambitionierte Musiker, der schon mehrfach ausgezeichnet wurde, hatte bereits Zeitverträge. Für die Saison 2009/10 war Narnhofer Solo-Klarinettist beim Tiroler Symphonieorchester Innsbruck, 2011 erhielt er die Stelle als stellvertretender Solo-Klarinettist beim Kärntner Symphonieorchester:

"Vor allem in der Zeit in Innsbruck durfte ich sehr anspruchsvolle Parts spielen, darunter in Strauss' 'Arabella', in der 'Alpensinfonie', sowie in Puccinis 'Manon Lescaut'. Das war eine ungeheuer wichtige Erfahrung, weil man dabei wichtige Praxis und Routine sammelt."

Mitglied der ORFF-Akademie

Durch ein erfolgreiches Probespiel Anfang 2012 wurde Gregor Narnhofer Mitglied der ORFF-Akademie des Münchner Rundfunkorchesters:

"Wir werden heuer die 'Bernauerin' bei den Andechser ORFF-Festspielen im Juli aufführen. Die Proben beginnen jetzt und ich freue mich schon sehr darauf. Es ist ein weiterer wichtiger Schritt ins Berufsleben."

"Sacre" mit KSO am 21. Mai 2012

Am 21. Mai ist Narnhofer mit dem Kärntner Sinfonieorchester (KSO) unter Leitung von Peter Marschik in Strawinskys "Le Sacre du printemps" im Konzerthaus Klagenfurt zu hören.

Projekt "Eulenspiegelei"

Die Kammermusik ist Gregor Narnhofer ein besonderes Anliegen. Vor kurzem hat er sein Projekt "Die Eulenspiegelei", bei dem Geiger Florian Hasenburger, Kontrabassist Sebastian Rastl, Hornist Klaus Leherbauer sowie Fagottist Matthew Smith mitwirken, zunächst in kleinem Rahmen vorgestellt:

"Bei unserem Projekt steht die Kammermusik-Fassung von Strauss' 'Till Eulenspiegel' im Zentrum. Davon ausgehend enthält unser Programm unter anderem Gottfried von Einems Serenade 'Von der Ratte, vom Biber und vom Bären', sowie das Stück 'Ferdinand, der Stier", das Florian Hasenburger auf der Geige spielt und gleichzeitig die Geschichte erzählt."

Die jungen Musiker, die noch einen Ensemble-Namen suchen, sind bereits in Gesprächen mit Veranstaltern, um ihr "Eulenspiegelei"-Projekt im Konzert-Betrieb zu etablieren.

Volksmusikgruppe "Brauchtanz"

Und ebenfalls 2011 hat Narnhofer die Volks- und Gebrauchsmusikgruppe "Brauchtanz", die eine spezielle Besetzung hat, gegründet.

Orchester-Solist und Kammermusiker

Derzeit bereitet sich der junge Klarinettist vor allem auf Probespiele und auf seine Akademiestelle vor.

Wie lauten seine Zukunftswünsche? "Eine fixe Orchester-Stelle als Solo-Klarinettist zu bekommen. Und daneben auch mit Ensembles Kammermusik machen zu können. Und wenn ich auch noch solistisch auftreten kann, dann wäre ich sehr glücklich", so Gregor Narnhofer.