Protestaktion vor Wiener Funkhaus

130 Redakteurinnen und Redakteure der ORF Radio Information haben heute Mittag gegen die umstrittene Postenbesetzung im Ressort Innenpolitik protestiert. Hörfunkdirektor Karl Amon hat für den Posten Edgar Weinzettl vorgeschlagen. Er ist derzeit Wort-Chef von Radio Wien. Die Radioredakteurinnen und -redakteure kritisieren, dass Weinzettl nicht über ausreichende Fachkompetenz verfügt und machen sich daher für eine interne Nachbesetzung stark.

Abendjournal, 6.11.2012

Redakteure wollen gehört werden

Wir gehören gehört, mit diesem Slogan haben rund 130 Mitglieder der Radio Information vor dem Funkhaus in Wien protestiert. Sie trugen gelbe Schals, die einerseits den Widerstand gegen diese Art der Postenbesetzung und andererseits die politische Unabhängigkeit symbolisieren sollen. Denn die Unabhängigkeit sei gefährdet, sagte Redakteurssprecher Peter Daser. "Wir fordern, dass Posten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nachvollziehbar, transparent und ohne jeden Parteieneinfluss vergeben werden. Wir fordern, dass der Gesetzgeber einen Rahmen schafft, der die Unabhängigkeit der Redaktionen und die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks stärkt."

Entscheidung liegt bei Wrabetz

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk brauche Glaubwürdigkeit. Was der Hörfunkdirektor wolle, das wollen die Redakteurinnen und Redakteure nicht, so Daser. Hörfunkdirektor Karl Amon hat bereits gestern seine Personalentscheidung damit begründet, sein Kandidat habe ein internes Hearing gewonnen und sei ein ausgezeichneter innenpolitischer Journalist. Chefredakteur und Redaktion haben sich hingegen für eine interne Nachbesetzung ausgesprochen.

Die Entscheidung, wer Ressortleiter der Innenpolitik wird, liegt bei Generaldirektor Alexander Wrabetz. Dieser hat heute Gespräche angekündigt und zu einer Versachlichung der Diskussion aufgerufen.