Handys

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Wie Sie Ihr Smartphone nicht frieren lassen

Der Display und der Prozessor im Smartphone werden langsamer, der Akku kann sogar dauerhaft Schaden nehmen. Vier Tipps, wie Sie ihr Smartphone sicher durch die Kälte bringen.

Vielleicht ist Ihnen das schon passiert: Beim Schneespaziergang holt man das Handy heraus und will schnell ein Foto machen - und dann geht die Kamera-App viel zu langsam auf oder das Display reagiert überhaupt nicht auf das hektische Wischen. Dann ist das Smartphone wohl zu kalt geworden.

Display reagiert langsam, Akku nimmt Schaden

"Kalte Finger haben sowieso keine gute Leitfähigkeit, und wenn der Touchscreen auch kalt ist, kann es sein, dass er gar nicht oder sehr langsam reagiert", sagt Ulrike Kuhlmann von Technikmagazin c’t. Sie ist Elektrotechnikerin und spezialisiert auf Displaytechnik. "Das ist aber nicht schlimm – also im Moment vielleicht lästig, aber es ist kein Schaden. Wenn die Finger und das Display wieder warm sind, dann funktioniert alles wieder."

Auch der Prozessor des Smartphones arbeitet bei Kälte langsamer und der Akku leidet. "In den modernen Lithium-Ionen-Akkus bewegen sich Moleküle hin und her und die frieren im wahrsten Sinne des Wortes ein", sagt Ulrike Kuhlmann. Deswegen ist der Akku bei Kälte oft schnell leer oder das Handy schaltet sich überhaupt von selbst ab.

Wird das Smartphone zu oft kalt, kann der Akku sogar dauerhaft Schaden nehmen: er muss öfter aufgeladen werden und geht früher kaputt. "Das geht nicht von heute auf morgen, jetzt war es einmal besonders kalt und Zack! der Akku ist kaputt. Aber insgesamt leidet der Akku". Deswegen lieber ein paar Tipps beachten, um das Smartphone sicher durch die Kälte zu bringen:

Handschuh und Handy

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So schützen Sie das Smartphone vor Kälte


Das Smartphone nicht auskühlen lassen: Damit das Smartphone gar nicht zu kalt wird, sollte man es lieber in einer körpernahen Tasche tragen, wenn man draußen unterwegs ist. Und es auf keinen Fall in der Kälte liegenlassen, etwa im Auto. "Das Gerät wie sich selber warmhalten! Das ist der beste Schutz!", sagt Kuhlmann.

Oder lieber gleich ausschalten: Am besten man schaltet das Handy überhaupt aus in der Kälte. Denn vom Hersteller sind Smartphones in eingeschalteten Zustand nur für Plusgrade spezifiziert: "Wenn das Gerät an ist, geht es von Null bis 35 Grad. Wenn es ausgeschaltet ist, geht es runter bis Minus 20 und 45 Grad", sagt Ulrike Kuhlmann. "Die Hersteller wollen sich da absichern". Hält man diese Vorgaben nicht ein, ist ein Kälteschaden von der Garantie nicht zwingend gedeckt.

Keine abrupten Temperaturwechsel: Wenn das Handy extrem kalt geworden oder es in den Schnee gefallen ist und nicht mehr reagiert, sollte man es auf alle Fälle //LANGSAM// warm werden lassen. Also erst einmal bei Zimmertemperatur liegen lassen, anstatt es auf die Heizung zu legen. Durch schnelle Kalt-Warm-Wechsel kann sich Kondenswasser im Gerät ansammeln. "Wenn es feucht geworden ist, dann nicht den heißen Föhn draufhalten!", sagt Ulrike Kuhlmann. "Sonst kann es sein, dass sie das Wasser erst recht ins Gerät hineinblasen. Im schlimmsten Fall ist es dann kaputt." Auch hier: Zeit lassen, das Gerät bei Zimmertemperatur liegen lassen.

Erst wieder aufladen, wenn es warm ist: Stecken Sie das Handy erst wieder an das Aufladekabel an, wenn es Zimmertemperatur hat. Das schont den Akku.