Hedy Lamarr als Sandra Koller in dem Film "Mädchen im Rampenlicht"

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Geniale Göttin – Hedy Lamarr

Als Schauspielerin wurde die aus Österreich stammende Hedwig Lamarr weltberühmt, doch viel weniger bekannt ist, dass Hedwig Kiesler, so ihr bürgerlicher Name, auch für Wissenschaft und Technik wertvolle Beiträge geleistet hat. "Geniale Göttin – Die Geschichte von Hedy Lamarr" so heißt ein Dokumentarfilm, der dem Leben von Hedy Lamarr hinter dem Glanz- und Glamour einer Hollywood-Karriere auf der Spur ist.

Morgenjournal | 29 08 2018

Arnold Schnötzinger

Das Image des glamourösen Filmstars wurde Hedy Lamarr Zeit ihres Lebens nicht los. Freilich, die Welt des Scheinwerferlichts hat die 1914 in Wien geborene Schauspielerin stets zu nutzen gewusst. So moralisch umstritten 1933 im Ehedrama "Ekstase" Lamarrs Nacktauftritt war – der erste der Filmgeschichte –, so sehr ebnete er ihr den Weg nach Hollywood: Zwei Seiten einer Sache, ein durchgehendes Leitmotiv im Leben von Lamarr, sie sei "einfach und kompliziert", wie sie selbst einmal meinte.

Hedy Lamarr, wie man sie kannte:  wunderschön und begehrt.

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Erfinderin Lamarr

Dieser Ambivalenz geht auch die Dokumentation "Geniale Göttin" nach, "auf der Suche nach der ganzen Persönlichkeit Lamarrs, wie Regisseurin Alexandra Dean betont. Denn, dass Hedy Lamarr auch Erfinderin war, ist nur wenig bekannt, etwa 1942 ihre bahnbrechende Idee Torpedos mittels Geheim-Frequenzen störungssicher zu steuern. Anerkennung und Geld dafür blieben ihr allerdings versagt, intellektuell wurde sie unterschätzt.

Dunkle Seiten

Ein Glücksfall für den Film "Geniale Göttin" waren Audiomitschnitte eines Gesprächs, das der Journalist Fleming Meeks 1990 mit Lamarr geführt hat, weitgehend unveröffentlichtes Materials, auch hier wird das Hadern Lamarrs mit ihrem Image, mit der Reduktion auf ihre Äußerlichkeiten deutlich. Regisseurin Alexandra Dean geht auch den dunklen Seiten dieser Biografie nach: Drogen- und Medikamentensucht, Zerwürfnisse in Hollywood, ein halbes Dutzend Ehen, Misslungene Schönheitsoperationen, Ladendiebstahl und dann wäre da noch die lebenslange Nostalgie gegenüber ihrer Heimat: "Ich werde immer eine Österreicherin bleiben", so Lamarr im Film.

Posthume Anerkennung

Alexandra Dean erzählt diese Lebensgeschichte als Chronologie des Unglücks aus der Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung, einem Schicksal, dem Lamarr mit Verbitterung aber auch Selbstironie begegnete. Der Film ist somit auch ein posthumes Dokument jener Anerkennung, die sich Hedy Lamarr so sehnsüchtig erhoffte.

Gestaltung

  • Arnold Schnötzinger

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