Ernestine von Fürth

BILD ARCHIV AUSTRIA/ORF/ISABELLE ORSINI-ROSENBERG

Ernestine von Fürth

Wegbereiterin des österreichischen Frauenwahlrechts. Mitorganisatorin der ersten österreichischen Frauenstimmrechtskonferenz in Wien und Vorsitzende der Rechtskommission des Bunds der Österreichischen Frauenvereine.


Ernestine von Fürth wurde 1877 in Prag als Ernestine Kisch geboren. 1938 emigrierte sie in die USA, wo sie 1956 in Washington starb.

Unerschütterlich fest lebt in uns die Überzeugung, dass einst unsere Idee zur Wahrheit werden wird, dass auch bei uns in Österreich die Zeit kommen muß, da beide Geschlechter sich auf gleicher gesetzlicher Grundlage frei und ungehindert werden entwickeln können.

Ernestine von Fürth war eine Wegbereiterin des österreichischen Frauenwahlrechts in diversen Positionen als Frauenrechtsaktivistin, Vereinsfunktionärin, Redakteurin.
Unter anderem war sie Herausgeberin der “Zeitschrift für Frauen-Stimmrecht”, Mitgründerin des "Frauenstimmrechtskomitees", Mitorganisatorin der ersten österreichischen Frauenstimmrechtskonferenz in Wien und Vorsitzende der Rechtskommission des Bunds der Österreichischen Frauenvereine.

“Der Tag der Neuwahlen ist schon festgesetzt und die verschiedenen politischen Parteien rüsten zum entscheidenden Kampf; tiefe, begreifliche Erregung beherrscht die ganze Bevölkerung. Wählerversammlungen werden abgehalten, in denen jeder Kandidat sich ängstlich bemüht, das reichhaltigste Programm vor seinen Wählern zu entrollen, möglichst vielen, möglichst viel zu versprechen, jeder Schichte der Bevölkerung einen Extraköder hinzuwerfen. Nur für uns Frauen braucht sich keiner auch nur mit Versprechungen zu bemühen, von unseren Interessen, unseren Forderungen braucht in keiner Wählerversammlung die Rede zu sein, wir sind die quantité négligeable, sind wir doch alle ausgeschlossen von dem “allgemeinen Wahlrecht”. Ja, selbst zu den Wählerversammlungen braucht man uns nicht den Zutritt zu gewähren, wir sind ja keine Wähler.
Frauen aller Berufe, aller Stände, ihr alle, ob Berufsfrau oder Hausfrau, ob arm oder reich, fühlt ihr nicht die tiefe Schmach, die euch angetan wird, indem man euch aus der Allgemeinheit ausschließt? Ihr Frauen alle, errötet ihr nicht in heißer Scham vor euren Männern, euren Söhnen, euren Berufsgenossen, daß ihr weniger geachtet, weniger gewertet seid als sie? Erwacht, ihr Frauen alle, erwacht endlich zum Bewusstsein eures Wertes, eurer Würde!”
Zeitschrift für Frauen-Stimmrecht 1911 Nr. 4

Gestalterinnen: Sophie Menasse und Birgit Allesch

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