Mariya Vasilyeva

MARIYA VASILYEVA

Talentestipendium

Mariya Vasilyeva, Transmediale Kunst

geboren 1993 in Kiew, Ukraine, lebt und arbeitet in Wien

Im Zentrum meiner Kunst steht die Auseinandersetzung mit Machtbeziehungen und Verwundbarkeit des Individuums. In meinen digitalen Videocollagen trete ich als einzige Darstellerin in verschiedenen Rollen auf. Diese Rollen dienen als Projektionsfläche für Reinszenierungen der Spannungsverhältnisse, die im Privaten sowie im Öffentlichen vorzufinden sind. Der Fokus dabei liegt auf dem Körper. Dieser wird oft digital isoliert, multipliziert, deformiert, seine Grenzen werden aufgelöst.


PANOPTICON

3-teilige Videoskulptur
Bildschirme auf Stahlrohren, 6:50 min, 9:16, HD, stereo, 2019

Panoptikum

Video-Still

MARIYA VASILYEVA

Panopticon besteht aus drei gebogenen Stahlrohren, an denen jeweils ein Bildschirm installiert ist. In den Videos reinszeniere ich Szenen aus der heutigen Pornographie und greife die Ästhetik des Krieges auf: die medial vermittelte Katastrophe wird mit der Inszenierung der Gewalt in der Pornographie kurzgeschlossen. Die Zelebrierung der Gewalt und Macht wird dargestellt und ins Extreme überzogen.

ALTAR

Ein-Kanal-Videoinstallation
6:15 min, HD, stereo, 2018

Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Auseinandersetzung mit der heutigen Pornographie und ihrem Einfluss auf die Identitätsbildung. Einen Referenzrahmen dazu bildet das Gemälde "Der Garten der Lüste" von Hieronymus Bosch: Der Bildraum wird von vielen kleinen Klonen, die von mir gespielt sind, bevölkert, die erst bei näherer Betrachtung das groteske Thema der Videoarbeit offenbaren.

HOW DO YOU SPELL TINDER IN PERSIAN

4-Kanal-Videoinstallation
5:40 min, HD, ohne Ton, 2017

Den Ausgangspunkt für die Arbeit stellt die digitale Rekonstruktion eines persischen Gemäldes dar. Dieses ist mit Foto- und Videocollagen, in denen ich mich in verschiedenen Rollen inszeniere, gefüllt. Die Arbeit setzt sich mit der Liebe und der Rolle der Selbstinszenierung im Zeitalter der Dating und Social Apps auseinander. Das Video untersucht romantische Klischees, Archetypen des Frau- und Mannseins sowie existenzielles Liebesbedürfnis in der heutigen Konsumgesellschaft.

Ausbildung

  • seit 2017 Universität für angewandte Kunst Wien, Transmediale Kunst (Brigitte Kowanz)
  • 2013 - 2019 Akademie der Bildenden Künste München, Medienkunst (Julian Rosefeldt)

Ausstellungen (Auswahl)

  • 2019 Panopticon , Parallel Vienna, Wien
  • Extensions of the human body , Unsafe + Sounds Festival, Wien
  • Propeller , Fotogalerie, Wien
  • Transmediale Kunst , Sala Terrena, Wien
  • Uglification , MetaCulture, Kiew, UA
  • 2018 Von der Hand in den Mund , AA Collections, Wien
  • Überfrau 2.0 , 36|Projectcell, Wien
  • Also sprach das Internet , Kulturwerkstatt Haus 10, Kunstverein Kürstenfeldbruck
  • Kurs , Kunstraum Klingental, Basel, CH
  • Altar , Dessous, Wien
  • Überfrau 1.0 , PFERD, Wien

Arbeitsvorhaben

Während der Laufzeit des Stipendiums möchte ich meinen Fokus auf die räumliche Erweiterung meiner Videocollagen richten. So will ich weiter an skulpturalen Elementen arbeiten, die mit Videoarbeiten interagieren. Der Einfluss, dem der Körper durch Selbstwahrnehmung mittels der digitalen Medien unterliegt, soll hervorgebracht werden.

Übersicht

  • Ö1 Talentestipendium 2019