Ricarda Maria Oberneder

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Ricarda Maria Oberneder, Gesang

Den eigenen Charakter nach außen zu tragen - darin liegt für die Singer-Songwriterin Ricarda Maria Oberneder, alias Ricarda Maria, die Faszination des Jazz-Gesangs. Die 27-jährige Linzerin absolviert derzeit ihr Masterstudium an der Anton Bruckner Privatuniversität.

Was ist Kunst?

Irgendwas zwischen Bademode und Schweineblut.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Musik hat in meiner Familie immer eine wichtige Rolle gespielt: Meine Mutter hat als Bauchtänzerin gearbeitet und sich zuhause auf Auftritte und Kurse vorbereitet. Von meinem Vater habe ich die Liebe zu den Beatles, Deep Purple, Led Zeppelin, ...

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

Ich persönlich will künstlerisch tätig sein und habe das Glück das auch tun zu können. Es ist nicht selbstverständlich, familiäre und staatliche Unterstützung bei einem solchen Vorhaben zu genießen.

Wo würden Sie am liebsten auftreten?

Das „Wo“ ist für mich nicht so relevant wie das „Womit“. Am erfüllendsten ist es meine eigene Musik präsentieren zu dürfen - im Moment geschieht das mit der Band „Hikee Bikini“.

Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?

Alle Personen, die mir auf Anhieb einfallen, weilen leider nicht mehr unter uns. Wenn ich mich auf die Lebenden beschränke, fallen mir als Erstes meine Kollegen von „Hikee Bikini“ ein. Das ist doch mal ein gutes Zeichen.

Wie viel Markt verträgt die Kunst?

Ich persönlich bemühe mich, keine marktrelevanten Überlegungen in meine Musik zu legen, habe aber durchaus Spaß daran, Marketing-Konzepte zur Verbreitung der fertigen Kompositionen zu entwickeln. Da in einem Leben als professionelle/r Musiker/in kein Weg am „Markt“ vorbeiführt, sehe ich die Vermarktung als weiteres kreatives Tätigkeitsfeld in diesem Job. Die Frage „Wie viel Markt verträgt die Kunst?“ impliziert für mich eine Aufforderung zur (durchaus berechtigten) Kritik an unserem kapitalistischen System, jedoch bedeutet Markt auch Förderungen, Subventionierung (z.B.: kleiner Kulturvereine, Veranstaltungsstätten und unabhängiger Radiosender) und das verträgt die Kunst definitiv.

Und wie viel Kunst verträgt der Markt?

Mehr.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Nahrung.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Ich werde als unabhängige, erfolgreiche Musikerin in irgendeiner Großstadt leben – umgeben von meinen Liebsten. (Hui, jetzt bin ich gespannt!)

Haben Sie einen Plan B?

Sollte ich meine Stimme verlieren und wider Erwarten auch in keiner anderen Form mehr am Musikschaffen interessiert sein, würde ich einen Second Hand Shop eröffnen.

Wann und wo sind Sie das letzte Mal unangenehm aufgefallen?

Ich hab vor Kurzem bei einem Konzert unabsichtlich mein Mikrofon vor einer Monitorbox fallen lassen. Das war vor allem für den Tontechniker eher unangenehm.

Wollen Sie die Welt verändern?

Ja.