Pflanzengrafik

ORF/ISABELLE ORSINI UND ROSENBERG

Editorial

Das Ö1 Botanicum will neue Sichtweisen auf Pflanzen öffnen und zu einer größeren Wertschätzung beitragen. Für die Biologie der Pflanzen, für ihre Kulturgeschichte und ihre Stärken als Urheber ihres eigenen Lebens, aber auch als Verbündete von uns Menschen.

„Das einundzwanzigste Jahrhundert hat die Pflanzen weitgehend zu Objekten mit Nützlichkeits- und Schauwert degradiert. Sie wecken nicht die gleiche Neugier wie beispielsweise Delfine oder Raubvögel oder Tiger, jene charismatischen Stars der Fernsehshows und Umweltschutzkampagnen“, schreibt Richard Mabey in seinem wunderbaren Buch Das Varieté der Pflanzen, das Botanik und Fantasie kenntnisreich zusammenbringt.

Wir in Ö1 haben zwar keine vegetative Pflanzen-Showbühne, aber an dem neuen, mit Wissen angelegten und mit Fantasie gedüngten „Ö1 Botanicum“, das wir Ihnen in Sendungen und online präsentieren, sind Kunst, Literatur und Musik ebenfalls rege beteiligt.

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Machen Sie mit!

Mit unserem Publikum erstellen wir eine Bildersammlung zum „Ö1 Botanicum“. Es geht um die Vielfalt der Sorten; markieren Sie Ihre Fotos zu den einzelnen Speisepflanzen auf Instagram mit dem Hashtag #oe1botanicum.

Wir wollen damit Pflanzen nicht mehr nur als „Mobiliar des Lebens“ betrachten, als etwas Notwendiges und Nützliches, das passiv vor sich hinvegetiert. Wir wollen neue Sichtweisen öffnen und zu einer größeren Wertschätzung beitragen. Für die Biologie der Pflanzen, für ihre Kulturgeschichte und ihre Stärken als Urheber ihres eigenen Lebens, aber auch als Verbündete von uns Menschen.

Buchstäblich programmatisch ist also unsere Auseinandersetzung mit dem vielfältigen Leben der Pflanzen und den vitalen Beziehungen von Menschen und Pflanzen in Zeiten einer herausgeforderten Natur.

Dabei wird den Speise- und Nahrungspflanzen vor dem Hintergrund des Klimawandels eine besondere Bedeutung zukommen. Immer längere Hitze- und Dürreperioden erfordern Anpassung und Resistenz. Und eine ausgewogene Ernährung mit pflanzlichen Lebensmitteln ist eine klimafreundliche Möglichkeit für die Verbesserung der persönlichen und der gesellschaftlichen CO2-Bilanz. Mehr noch, wir beginnen heute überhaupt erst zu verstehen, wie groß die Bedeutung der Pflanzenwelt für unser eigenes Überleben ist.

Ein neues Bewusstsein, „Awareness“ für das Potenzial der (Speise-)Pflanzen ist die fruchtbare Grundlage für eine gesündere, nachhaltigere Ernährung und die Wiederverbindung zwischen uns Menschen und der Natur. Es lohnt sich, über die vielfältigen Fähigkeiten der Pflanzen zu staunen. Nicht nur über ihre Verdienste als „Naturkapital“, als „Primärproduzenten“ der Wirtschaft und „Dienstleister“ der Biodiversität, sondern auch als autonome Organismen, die Respekt verdienen.

Dazu bedarf es der Naturbegegnung, die wir ebenfalls im „Ö1 Botanicum“ vermitteln wollen: einem Garten des Wissens, mit einer Brücke vom sinnstiftenden Naturbezug zum inspirierenden Kulturerlebnis. Und eine frei zugängliche Bildungsressource, mit der wir auch dazu einladen, persönliche Entscheidungen über Lebensstil und Lebensmittel bewusster zu gestalten.

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