Christina Stürmer

APA/GEORG HOCHMUTH

Christina Stürmer

Christina Stürmer ist mehrfach Erste. Sie ist die erste Österreicherin an der Spitze der deutschen Albumcharts, die erste Figur im Wachskabinett Madame Tussauds in Wien und die erste Zweite bei Österreichs erster Casting Show.

Christina Stürmer gewinnt ihre Casting Show nicht - entgegen aller Erwartungen. Dafür werden ihr Deutschpop-Songs auf den Leib geschrieben, mit denen sie schnell am wesentlich größeren deutschen Markt reüssiert. Das Image des Mädchen von Nebenan - immer fröhlich, immer gut gelaunt - schreibt sich fast von selbst, ihr österreichischer Dialekt, der einer Karriere in Deutschland angeblich im Weg stehen soll, verschwindet zusehends. Rock gilt damals als Sound der Stunde, in der Form von Bands, die sich The Strokes, The Killers oder The White Stripes nennen, schwappt er auf Europa über. Die Themen sind nicht sehr kompliziert, am deutschen Markt werden sie noch weiter eingedampft. Sie handeln vom richtigen Lebensgefühl, sich treu bleiben, sich nicht verbiegen, nicht genug vom Leben bekommen - und obwohl das vereinzelte Individuum im Zentrum dieser Songs steht, ist gelegentlich auch Platz für klassische Liebeslieder. Die Verkaufszahlen schrumpfen zwar, mit insgesamt über einer Million verkaufter Tonträger ist Christina Stürmer die erfolgreichste Musikerin des Landes. Das Feuilleton nimmt es wie zuvor schon mit Schulterzucken hin.

Gestaltung: Stefan Niederwieser

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