Pille-Riin Jaik

MARK RAIDPERE

Pille-Riin Jaik, Kunst und digitale Medien

geboren 1991 in Tallinn in Estland, lebt und arbeitet in Wien

Ich arbeite viel mit überschüssigen und weggeworfenen Materialien, um sie mit aufgegebenen und verlorenen Bedeutungen zu kombinieren. Mein Interesse liegt ebenso in dem versteckten, utopischen Potential feministischer Diskurse und im Klassenbewusstsein. Oft strebe ich danach mich dem Unheimlichen, Unbekannten und Furchterregenden anzunähern. Abhängig vom Konzept und den äußeren Rahmenbedingungen variiert mein Medium zwischen Videokunst und Performance bis hin zu performativen Skulpturen.

SO, I WEED, 2019

Archivdokumente, Kopien, Kleber, Lack, Draht, 16.575 g

Installation SO, I WEED von Pille-Riin Jaik

JENNIFER GELARDO

Bei "So I weed" handelt es sich um handgemachte Papierblumen und -schlingpflanzen aus Archivmaterialien der Akademie der bildenden Künste. Die Materialien umfassen u.a. die Causa des "Frauenstudiums" zwischen 1911 und 1913. Dreißig Briefe, in denen böhmische und mährische Frauenvereinigungen vom Ministerium für Kultus und Unterricht das
Recht auf Zugang zu den Kunstuniversitäten des Habsburgerreiches fordern, werden vom zuständigen Referenten lediglich mit einem Satz zusammengefasst und abgelehnt.

STILL OF A HOUSE, 2019

HD-Video, Stereo, 5 min

Filmstill aus "STILL OF A HOUSE" von Pille-Riin Jaik

PILLE-RIIN JAIK

"Still of a House" ist ein Hybriddokumentarfilm, welcher die Geschichte eines historischen Familienhauses unter Verwendung von Abstraktion, Sound Effekten, experimentieller Kameratechniken und einem Gedicht erzählt. Der Film versucht das unheimliche Gefühl eines alten, verlassenen Hauses darzustellen, in dem sich gleichzeitig alles und nichts zu bewegen scheint. Eine bestimmte Übersättigung an Geschichte, welche Häuser nach dem Verlassen ihrer Bewohner überfällt.

ABLEHNUNG, 2016

Stoff, Fäden, Bänder, 19 kg, 5 x 3 m

ABLEHNUNG von Pille-Riin JAIK

PILLE-RIIN JAIK

Bei der Skulptur "Ablehnung" handelt es sich um einen übergroßen, gehäkelten Teppich, welcher durch die Formation seines Musters vom Boden auf die Wand klettert. Auf eine gewisse Weise handelt es sich um einen Versuch, vorhersehbare Muster abzulehnen und sich dem Unvorhersehbaren hinzugeben. Der handgehäkelte Teppich besteht aus abgetragenen Kleidungsstücken und Textilresten der weiblichen Familienhälfte der Künstlerin.

Ausbildung

  • seit 2015 Akademie der bildenden Künste Wien, Kunst und digitale Medien (Constanze Ruhm)
  • 2010–2015 Estnische Kunstakademie, Fotografi e BA, Tallinn/EST
  • 2013–2014 Akademie der bildenden Künste Wien, Kunst mit erweiterter malerischer Raum-Aktion/Skulptur/Installation im öffentlichen Raum, (Florian Reither), (Erasmus-Aufenthalt)

Ausstellungen, Screenings, Performances (Auswahl)

  • 2019 #screenisnotthelimit, virtual biennale, mit Herwig Scherabon, kuratiert von ENTKUNSTUNG
  • Special School for Sculpture, xE, Wien
  • Screening, Still of a House, An Ordinary Day Film Festival, Stockholm
  • 2018 Einzelausstellung, I‘m a good girl, I am, LOW offspace, Wien
  • Screening, Tangled, Gitter, WUK, Kino Fotogalerie Wien, kuratiert von Patrick Winkler und Noel Dinse, Wien
  • I didnt die I just …, mit Liina Pääsuke and Gregor Anreiter, ÄQUIDISTANZ festival, Republik Kugelmugel, Wien
  • 2017 Screening, Tangled, 21st Ji.hlava International Documentary Film Festival, Fascinations Competition Section, Jihlava
  • Screening, Torpor/Tardumus, Red Love international video competition shortlist, So a Queer Forum 2017, Creative Hall Studio, Sofia
  • Rascal, Vantaa Art Museum Artsi, Helsinki
  • Torpor/Tardumus, Re-perform (under different conditions), kuratiert von Alexander Felch und Sanja Lasic, DADADADA, Mo.ë, Wien
  • 2016 Einzelausstellung, There‘s an other woman behind every woman, Haapsalu Stadtgalerie, Haapsalu/EST
  • Gegenwartsbewältigung – When Everything Happens Now, kuratiert von Mona Hermann und Elisa Schiller, Galerie HFBK, Hamburg

Arbeitsvorhaben

Die Fertigstellung meines bisher größten Vorhabens – einer skulpturalen Videoinstallation (Xeroines) – welche versucht in die Gedanken zahlreicher Schriftstellerinnen (u.a. DeJong, Lorde, Weil) des letzten Jahrhunderts einzutauchen und diese mit früheren osteuropäischen Industrielandschaften kombiniern. Dabei versuche ich eine Parallele zwischen diesen vergessenen Landschaften und den nachklingenden Gedanken zu ziehen.

Service

Pille-Riin Jaik

Übersicht

  • Ö1 Talentestipendium 2020