Dai Sijie

APA/ROLAND SCHLAGER

Dai Sijie

Balzac und die kleine chinesische Schneiderin

Mit einem Koffer voller Bücher wird der „kulturellen Umerziehung“ getrotzt. Julia Reuter und die Autorin Margit Mössmer unterhalten sich über Dai Sijies autobiografischen Romanerstling.

Zwei Jungen, beide circa 17 Jahre alt, werden Anfang der 1970er Jahre zur kulturellen Umerziehung in eine chinesisches Bergdorf geschickt: der namenlose Ich-Erzähler und sein bester Freund Luo. Dort müssen sie harte Arbeit verrichten, schaffen es aber, dieser immer wieder trickreich zu entgehen. Außerdem können sie sich einen Koffer voll verbotener, westlicher Literatur aneignen und verlieben sich in ein Mädchen – in die kleine chinesische Schneiderin.

Dai Sijie, geboren 1954 in Chengdu, in der Volksrepublik China, ist Filmregisseur, Roman- und Drehbuchautor. Im Zuge der Kulturrevolution wurde er von 1971 bis 1974 in ein chinesisches Bergdorf in Sichuan zur Umerziehung geschickt. Nach dem Tod von Mao Tse-tung, im Jahr 1976, studierte er Kunstgeschichte. 1984 emigrierte er nach Paris, wo er nach wie vor lebt. Seinen Romanerstling „Balzac und die kleine chinesische Schneiderin“ verfilmte Dai Sijie im Jahr 2002.

Zu Gast bei Julia Reuter ist die Autorin und Kulturvermittlerin Margit Mössmer. Mit Auszügen aus ihrem Debütroman „Die Sprachlosigkeit der Fische“ gewann sie 2010 den Ö1 Literaturwettbewerb WÖRTER.See. Ihr dritter Roman „Das Geheimnis meines Erfolges“ ist 2023 im Leykam Verlag erschienen.

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