ORF/URSULA HUMMEL-BERGER
James Tiptree Jr.
Die Mauern der Welt hoch
Ein Aufeinanderprallen zweier grundverschiedener Lebensformen. Antonia Löffler im Gespräch mit der Autorin Ines Birkhan über den ersten Roman von James Tiptree Jr.
7. September 2021, 09:25
„Science-Fiction ist die Literatur der Ideen, und ich bin, wie ich denke, ein Ideenschreiber“, so notierte es Alice B. Sheldon (besser bekannt unter dem männlichen Pseudonym James Tiptree Jr.) in einem Essay. Den Namen „James Tiptree Jr.“ entlieh sich die Schriftstellerin kurzerhand von dem Etikett eines Marmeladenglases. Die geheimnisvolle Persona Tiptree, die nur schriftlich mit Fans und Verlag korrespondierte, mischte ab den Sechzigern mit harten, intelligenten, gesellschaftskritischen Science-Fiction-Stories die Szene auf. Heute zählen die Geschichten der 1987 verstorbenen Sheldon (aka Tiptree) zu den Klassikern des Science-Fiction-Genres. Sie hat vorwiegend Kurzgeschichten geschrieben, aber auch zwei Romane. Einer davon ist "Die Mauern der Welt hoch", erschienen 1978. Es geht um das Aufeinandertreffen von Menschen mit einer außerirdischen Lebensform – Tyrenner, rochenartige Wesen von einem anderen Stern. Menschen und Tyrenner müssen sich verbünden, um gegen einen gemeinsamen Feind zu kämpfen.
Zu Gast bei Antonia Löffler ist die Autorin Ines Birkhan, geboren 1974 in Wien. Sie studierte Bildhauerei an der Angewandten, später Tanz und Choreografie in Amsterdam. Seit 2005 schreibt sie Romane, Erzählungen und Performancetexte. 2019 wurde Ines Birkhan zum Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt eingeladen. Dort las sie einen Auszug aus ihrem vierten Roman „abspenstig“, erschienen im Verlag Bibliothek der Provinz. Im Vorjahr schrieb und inszenierte sie das Weltraum-Hörspiel „Mit der Fliehkraft“ für das Ö1-Kunstradio. Ines Birkhan ordnet ihr Schreiben einem "halluzinativen Realismus" zu.
Gestaltung
Antonia Löffler
